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Jeremia 12,1

Und noch ein drittes Mal will ich heute Abend einen Bibelblog einstellen – diesmal allerdings mit einer mehr erbaulichen Botschaft  :-)

Jeremia lehrt uns nämlich, wie man seine Fragen und seinen Ärger über Gottes Handeln auf eine richtige Art und Weise Luft machen kann.

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Jeremia 11,14

Hallo liebe Leser - willkommen zu einem weiteren Bibelblog am  heutigen 12.08.2011.

Beim Lesen des Propheten Jeremia fiel mir etwas Erschreckendes auf – eine Sache, die ich selten bis nie in unseren Gemeindepredigten zu hören bekomme. Gott verbietet dem Propheten nämlich, für dass Volk Israel zu beten!

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Jeremia 11,4b - 5

Hallo liebe Leser - willkommen zum heutigen Bibelblog am 12.08. 

Gottes Liebe ist Bedingungslos – so wird es oft gesagt und so stimmt es auch … zu mindestens, wenn es um dunsere Beziehung zu Gott als seine Kinder geht. Genau so wenig, wie mein Sohn Lamare oder meine Tochter Layna irgendetwas tun können, um nicht mehr meine Kinder zu sein, so kann auch ein Gotteskind nichts tun, um nicht mehr ein Kind Gottes zu sein.

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Jeremia 1,10 (+ Kapitel 1-6)

Hallo liebe Leser. Heute Morgen bin ich extra früh aufgestanden, um mein Studium im Buch Jeremia zu beginnen. Gerade durch Jeremia zeigt sich Gott von seiner radikalen Seite … eine Seite, die in den Köpfen vieler Christen heute leider komplett ignoriert wird.

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2. Könige 23,26

Hallo liebe Leser. Mir wurde gestern Abend beim Studium wieder neu klar, wie falsch oft unser Gottesbild oft ist. Immer wieder höre ich von Christen, dass Gott NUR gnädig, barmherzig und gütig ist. Aber das stimmt einfach nicht, wenn man die Bibel ernst nimmt.

In der Passage, aus der dieser Vers oben stammt wird König Josia für seine Buße und seine Umkehr hin zu Gott so sehr gelobt. Josia hat seit langer Zeit in seiner Königsherrschaft mal wieder alles richtig gemacht, dass schreibt sogar die Bibel (23,25). Nichts desto trotz war durch das Fehlverhalten des Volkes Israels in den Jahrzenten davor der Ärger Gottes über Israel so angewachsen, dass die Buße Josia`s die Strafe Gottes nur ein paar Jahr aufhalten, aber nicht vollständig abwenden konnte (23,27).

Fazit: Ich kann uns nur ermutigen, unser Leben mit Gott nicht zu leichtfertig zu nehmen. Es ist nicht egal wie wir leben. Es ist nicht egal, ob wir Gott gehorsam sind oder nicht. Jesus hat die ewige Strafe für meine Sünden getragen. ABER die irdische Konsequentes für meine Sünde muss ich immer noch tragen.

Nahum 1-3

Gott gibt auch den schlimmsten eine Chance – so zu mindestens scheint es, wenn man sich das grausame Volk der Assyrier anschaut. Die Assyrer galten während ihrer Glanzzeit um 700 v.Chr. als mächtige Eroberer, die weder mit ihren eigenen Leuten und schon gar nicht mit ihren Feinden oder Gefangenen zimperlich umgingen. Und genau so ein grausames Volk beruft Gott, um sein Volk Israel zu bestrafen. Die Sache ist kaum zu glauben, aber in der Tat bestraft Gott sein geliebtes Volk Israel für seinen Ungehorsam damit, dass er sie in die Hand der Assyrer gibt. In diesem Vorgehen Gottes ist wieder einmal ganz deutlich zu sehen: Gott ist ganz bestimmt kein Humanist.

Anhand der Assyrer offenbart die Bibel uns einige sehr interessante Details über den Umgang Gottes mit uns Menschen. Obwohl die Assyrer nämlich ein heidnisches Volk waren und im alten Testament der Fokus nahezu ausschließlich auf Gottes Heilsgeschichte mit Israel liegt, so können wir doch anhand von Gottes Umgang mit dem assyrischen Volk erkennen, dass durchaus auch Heidenvölker die Möglichkeit hatten, Jahwe zu dienen, kennen zu lernen und gerettet zu werden.

So lesen wir in Jes. 7,17-25 und Jes. 8,7 davon, dass Gott das heidnische Assyrien beruft. Er beruft als Werkzeug – als sein „gemietetes Schermesser“ – um Israel zu strafen. Modern könnte man sagen: Die Assyrer sollen für Gott die „Drecksarbeit“ erledigen.

Doch Gott gebraucht Assyrien nicht nur und lässt sie anschließend fallen. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Durch Jona schickt Gott einen jüdischen Propheten in die Hauptstadt Assyriens nach Ninive. Und durch Jona ruft Gott die Assyrer zur Buße und zur Umkehr (Jon. 1,2) Faszinierender weise hören die Assyrier in dieser Zeit auf Jona und fangen an zu glauben (Jon. 4,11). Modern müsste man hier wohl von einer Massenerweckung sprechen.

Doch leider war diese Erweckung nur von kurzer Dauer. In 2Kö. 18,19-35 lesen wir nämlich davon, wie die Assyrier die israelitische Stadt Samaria angegriffen haben und in diesem Zuge ganz fürchterlich über Gott lästern.

Zu diesem Anlass tritt dann auch der Prophet Nahum auf, den ich derzeit in meiner Bibelzeit gelesen habe. Aufgrund seiner Lästerei (Nah. 1,11) und seiner extremer Überheblichkeit (Jes. 10,7+13) fällt Assyrien nämlich schlussendlich doch aus der Gnade Gottes. Gott verliert im wahrsten Sinne des Wortes seine Geduld. Gut 100 Jahre, nachdem Jona das Gnadenangebot Gottes nach Ninive gebracht hatte, verkündigt Nahum die totale Vernichtung Assyriens (Nah. 1,9 / 3,5-6+19).

Im Jahr 612 v.Chr. wird dann die Prophetie Nahums Wirklichkeit und Assyrien wird vernichtet (Jes. 10,12).

Ich finde diese „biblische Chronologie der geistlichen Entwicklung von Assyrien“ hochinteressant. Denn diese Chronologie verdeutlich sehr eindrücklich den Umgang Gottes mit den Menschen – eventuell sogar den Umgang Gottes mit ganzen Völkern. Theoretisch hat Gott wohl mit jedem Menschen und mit jedem Volk dieser Welt einen Plan. Nicht umsonst steht in der Bibel, dass Gott sich wünscht, dass alle Menschen gerettet werden würden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen könnten (1.Tim 2,4). Doch Fakt ist, dass die Praxis anders anschaut. Nicht jeder Mensch wird gerettet und nicht jeder lässt sich von Gott gebrauchen. Gott ist langmütig und gnädig … darum wartet er und streckt immer wieder seine Hand aus. Aber es kommt der Zeitpunkt, wo das „Maß der Sünde“ voll ist (1.Mo 15,16). Und dann ist es irgendwann zu spät.

Dieses Vorgehen Gottes gilt nicht nur in Bezug auf ungläubige Menschen, sondern auch in Bezug auf gläubige Menschen. Wir sehen es am Umgang Gottes mit Einzelpersonen (Hebr. 12,17) und Israel im Alten Testament (Jes. 34,17), sowie am Umgang Gottes mit seiner Gemeinden (Off. 2,5) und einzelnen Gläubigen im Neuen Testament (Apg. 5,1-11). Dieses „zu spät“ bedeutet für einen Gläubigen aus meiner Sicht nicht, dass dieser sein ewiges Leben verliert. Aber ein ungehorsamer Gläubiger steht in der Gefahr, seinen Lohn im Himmel zu verlieren (1Kor 3,11-15).

Fazit: Wir sollten darauf acht geben, Gott nicht zu lange herauszufordern mit unserem Ungehorsam. Er hat einen wunderbaren Plan mit uns und möchte uns gebrauchen. Aber es gibt auch ein zu spät und dann sucht Gott sich jemand anderes, mit dem er seinen Heilsplan weiterführen kann.

Jesaja 63,16-65,7

Oft sagen Gläubige: Gott ist mein Vater im Himmel. Auch das Volk Israel hat Gott so genannt (63,15-16). Doch meistens war das Volk Israel ihrem Vater im Himmel ungehorsam gewesen. In diesem Kapitel vom Buch Jesaja geschieht allerdings etwas Besonderes. Denn diesmal ist das Volk ausnahmsweise mal einsichtig. Das ganze Kapitel von Jesaja 64 handelt davon, wie das Volk vor Gott zugibt, wie sehr es gesündigt hat. Und dann in Kapitel 64,7-8 heißt es: „ Aber nun Herr, du bist doch unser Vater. Wir sind Ton, du bis unser Töpfer und wir alle sind deine Hände Werk. Herr, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde!“

Wie würde Gott darauf wohl reagieren? Wenn ich mir als Vater vorstelle, wie mein Sohn Lamare zu mir kommt, seine Schuld zugibt, mir seinen Gehorsam schwört und mich bittet, ihm nicht mehr böse zu sein, dann würde ich sagen, dass Gottes Herz an dieser Stelle warm werden müsste und er dem Volk gnädig ist.

Darum hat mich die tatsächliche Reaktion Gottes auf dieses Plädoyer seiner Kinder auch im ersten Moment überrascht. Denn … Gott lässt sich nicht erweichen – auch als Vater nicht! Vielmehr sagt Gott klipp und klar: „Ich streckte meine Hände aus den ganzen Tag nach einem ungehorsamen Volk“ (65,2). Aber jetzt habe ich genug davon, ständig hinter euch her zu rennen! Jetzt reicht es! Das Maß eurer Sünden ist voll. „Ich will nicht mehr schweigen, sondern heimzahlen; ja, ich will es ihnen heimzahlen, beides, ihre Missetaten und ihrer Väter miteinander … Ja ich will ihnen heimzahlen“ (65,6-7).

Oft wird behauptet, Gott sein immer nur gnädig, barmherzig und gütig. Oft wird behauptet, wann immer ein Mensch umkehrt zu Gott, wird Gott an der Tür stehen und ihn herzlich wieder  zurückschließen in seine Arme – so wie bei der Geschichte vom verlorenen Sohn. Aber die Bibel lehrt so etwas nicht. Vielmehr macht gerade der Umgang Gottes mit Israel sehr deutlich, dass es ein zu spät gibt. Gott ist nicht für alle Ewigkeit gnädig, barmherzig und gütig – auch nicht gegenüber seinen Kindern. Ja, Gott wartet eine Zeitlang, aber irgendwann reicht es ihm und dann wird er zornig.

Mich hat dieser Text stark beeindruckt. Denn mir wurde neu klar, dass ich Gott nicht ewig hinhalten kann. Gott hat ganz konkrete Vorstellungen an mein Leben und er möchte, dass ich ihm gehorsam bin. Er straft nicht sofort, wenn ich zögere und er straft auch nicht, wenn ich unterwegs hin zu seinem Ziel mit mir immer wieder falle. Aber wenn ich seine Vorstellungen über mich dauerhaft ignoriere, dann wird auch Gott irgendwann zornig und ich werde die Auswirkungen zu spüren bekommen. Haben wir ein Bild von Gott, wo diese Facette von Gott vorkommt?

Jesaja 59,1-2

Trotz Vergebung können meine Sünden mich von Gott trennen:

Viele Gläubige würden diesen Satz vom Propheten Jesaja nicht unterschreiben. Den typischerweise glaubt man, dass die Sünden nach der "Bekehrung" doch alle vergeben sind und kein Auswirkungen mehr meine Beziehung mit Gott haben. Doch die Bibel lehrt etwas anderes!

Gott macht in dieser Bibelpassage sehr deutlich, das meine Sünden - trotz aller Vergebung - durchaus noch immense Auswirkungen auf meine Beziehung mit Gott haben können. Obwohl Gott Israel hätte retten können und obwohl Gott Israels Gebete hören konnte, so dreht sich Gott doch von seinem Volk weg, weil er ihre Sünden nicht ertragen kann.

Fazit: Es ist eine gefährliche Lehre, wenn Christen glauben, dass ihr Lebenswandel und das Maaß ihrer Hingabe keine Auswirkungen hätten auf ihre Beziehung mit Gott. Die Bibel macht deutlich, dass Gott nur demjenigen Hilft und Erhört, der seinerseitz bereit ist, Gott gehorsam zuzuhören und gehorsam nachzufolgen.

Jesaja 58,1-11

Gott redet nicht automatisch - falsche Frömmigkeit hat ein Schweigen Gottes zur Folge

In meiner heutigen Bibelzeit wurde mir wieder neu bewusst, wie wichtig "richtiges Handeln" für einen Christen ist. So wie die Israeliten wünschen auch wir Christen uns oft, dass Gott uns seinen Willen offenbart, zu uns spricht und uns hilf (58,2). Und manchmal fragen wir uns, warum wir eigentlich so viel für Gott tun - in der Gemeinde, im Privaten und auch in der Öffentlichkeit - wenn Gott dann viel zu oft doch nicht redet, eingreift und hilft. Die Israeliten hatten genau dieselbe Frage: Warum fasten wir eigentlich, wenn Gott dann doch schweigt (58,3).

Doch die Antwort von Gott durch den Propheten Jesaja ist kaum zu glauben: Ich schweige auf eure Gebete, weil euer Fasten - also eure Frömmigkeit - gegenwärtig nicht so ist, dass ich euer Schreiern erhören könnte!

Ich glaube, dass viele Christen so einen Satz von Gott nicht erwarten würden. Denn nach meiner Erfahrung ist der Glaube weit verbreitet, dass Gott immer zu hört ... das Gott immer versucht unsere Gebete zu erhören ... das Gott sich immer freut, wenn wir in unserem stressigen Alltag einige Zeit dafür nehmen, uns ihm zu widmen.

Doch die Bibel lehrt so etwas nicht: Gott hört nur dann auf unser Schreien, wenn wir die "richtigen Dinge" tun (58,5-9). Hier geht es übrigens nicht um "Werksgerechtigkeit". Denn es geht Jesaja nicht darum, dass Gläubige die "richtigen Dinge" tun sollen, um in den Himmel zu kommen. Aber wer als Gläubiger von Gott geleitet, geführt und erhört werden will, der darf nicht glauben, dass es Gott völlig egal wäre, wie er seinen Glauben auslebt.

Das Geschenkt der Errettung, also das ewige Leben und der Himmel bei Gott, sind ein bedingungsloses und damit unverlierbares Geschenk. Aber von solchen Menschen, die dieses Geschenkt angenommen haben, verlangt Gott etwas. Er verlangt Gehorsam gegenüber seinen Geboten und ein Tun der "richtigen Dinge".

Im Falle von Israel waren diese "richtigen Dinge" ganz praktische Taten. Anstatt immer mal wieder zu Fasten sollten die Gläubigen aus Israel "ungerechte Fesseln" lösen und dafür kämpfen, dass niemand ungerecht unterdrückt würde (58,6). Sie sollten dafür sorgen, dass Hungernde zu Essen bekamen und frierende Kleidung bekommen würden. Vor allem sollten sie auch für ihre eigenen Familie da sein (58,7). Solch ein diakonisches Verhalten würde zur Folge haben, dass Gottets Segen über sie kommen würde. Solch ein praktische Frömmigkeit würde dazu führen, dass Gott seinem Volk wieder zuhören würde.

Fazit: Gott möchte keine theoretische, institutionalisierte Frömmigkeit von uns. Er möchte, dass unser Glaube sich ganz praktisch darin äußert, dass unsere Umgebung sich verändert. Er möchte, dass durch uns ein bisschen "Himmelslicht" in unseren alltäglichen Einflussbereich fällt. Wer so lebt, der kann mit Gottes Segen und Reden rechnen.