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Jeremia 18,1-6

Wer sich für die zeitlichen Abläufe im Alten Testament interessiert, der weiß, was in dieser Zeit passiert ist: Gottes Geduld mit seinem Volk war endgültig zu Ende und im Jahr 586 v.Chr. fällt König Nebukadnezar auf den Befehl Gottes hin über Jerusalem her, vernichtet das Land und führt den  überlebenden Teil des Volkes als Gefangene nach Babylon. Die Geschichte von Daniel spielt genau in dieser Zeit.

Nein, Jeremia  war kein Prophet, der dem Volk Israel gute Nachrichten zu verkündigen hatte. Anstelle von Segen und Gnade musste Jeremia Gericht und Zorn Gottes predigen. Viele Bibelleser fragen sich darum, wozu solche Bücher wie das von Jeremia eigentlich in der Bibel stehen. Denn … ist der Gott an den wir heute glauben nicht ein Gott der bedingungslosen  Gnade, der unendlichen Liebe und der ewigen Geduld?

Die Antwort mag ernüchtern, aber … nein … Gott ist kein Gott, der immer nur gnädig, liebevoll und geduldig ist. Dieses Gottesbild wird zwar in etlichen modernen Gemeinden gepredigt, entspricht aber nicht dem Bild, das die Bibel von Gott gibt. Gott ist derselbe … Gestern, Heute und in Ewigkeiten … und durch Bücher wie das des Propheten Jeremia will uns Gott deutlich machen, dass auch er  - trotz aller Langmut -  irgendwann mit seiner Geduld am Ende ist.

Gott hat uns nicht zu seinen Kindern gemacht, damit wir tun und lassen können was wir wollen. So wie Israel Gott gehorsam sein sollte … so wie Israel von Gott einen Auftrag bekommen hatte … so sind auch wir als Kinder Gottes aufgerufen, unserem Gott gehorsam nachzufolgen und den Plan,  denn er durch uns verwirklichen möchte, zu erfüllen. Gott ist gnädig und barmherzig, wenn wir auf unserem Weg in der Nachfolge hinfallen und straucheln.  Wie ein liebevoller Vater wird Gott uns als seine Kinder immer wieder aufhelfen und ermutigen, weiter zu gehen, wenn wir grundsätzlich bereit sind, seinen Willen zu tun. Aber …  wenn ein Gotteskind partout seinen eigenen Kopf durchsetzen will und Ungehorsam gegen Gott rebelliert, dann äußert sich Gottes Liebe irgendwann auch auf eine  Art und Weise, die wir uns nicht wünschen (Hebr. 12,6).

In Jeremia 18,1-6 stehen einige interessante Verse: „Das Wort, das an Jeremia vonseiten des Herrn erging, lautet folgendermaßen: Mache dich auf und geh in das Haus des Töpfers hinab; dort will ich dich meine Worte hören lassen! Und ich ging in das Haus des Töpfers hinab, und siehe, da fertigte er gerade ein Werkstück auf der Scheibe an. Aber das Gefäß, das er aus Ton machte, verdarb in der Hand des Töpfers. Da fing er von Neuem an und machte daraus ein anderes Gefäß, wie es in den Augen des Töpfers richtig war. Da erging das Wort des Herrn an mich folgendermaßen: Kann ich mit euch nicht genauso umgehen wie dieser Töpfer, du Haus Israel?, spricht der Herr. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel!

Ich wünsche mir, dass wir unsere „Position“ als Ton in der Hand Gottes besser begreifen als das Volk Israel zurzeit von Jeremia.  Nur wenn der „Töpfer“ sieht, dass sein „Werk“ gelingt, wird er zufrieden sein. Und nur, wenn der „Töpfer“ zufrieden ist, wird das „Werk“ bestand haben. Wir sind das „Werk“ in der Hand eines guten „Töpfers“  und als solches sollten wir uns benehmen. Ich wünsche mir, dass jeder von uns immer wieder neu sein Leben auf Gott ausrichtet, in der vollen Bereitschaft, Jesus nachzufolgen und seinen Plan für das persönliche Leben anzugehen und umzusetzen.