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Jeremia 11,14

Ja, richtig gehört. Gott verbietet dem Propheten, für sein Volk zu beten. Immer wieder im Text wird deutlich, wie sehr Jeremia darunter leidet, dass Gott sein Volk hart bestrafen möchte. Darum bittet Jeremia seinen Gott auch immer wieder um Gnade für Israel. Doch Gott bitte Jeremia seinerseits dann irgendwann darum, mit dem Beten aufzuhören – den es war nun zu spät – das Gericht über Israel war beschlossene Sache.

So sagt Gott in Jer.11,14: „ Du aber sollst für dieses Volk nicht beten … denn ich werde keineswegs erhören...“ In Jer. 14,11-12 spricht Gott: „ Du sollst für dieses Volk nicht bitten, dass es ihm gut geht. Denn wen sie auch fasten, so höre ich doch nicht auf ihr Flehen…“. In Jer. 15,1 kommt dann sogar noch die Steigerung, denn Gott sagt: „Selbst wenn Mose und Samuel vor mich hinträten, so wollte ich doch mein Herz diesem Volk nicht (mehr) zuwenden…“.

Mir wurde durch dieses Gebetsverbot neu bewusst, dass Gott kein „Hampelmann“ ist, der sich immer wieder erbarmt und sich von uns auf der Nase herumtanzen lässt. Gott ist ein hocherhabener Gott mit Würde und Stolz. Und trotz seines Langmutes ist irgendwann das Fass voll und dann nützt kein Beten und Flehen mehr.

Isst uns bewusst, mit wem wir es zu tun haben als Kinder dieses Gottes? Kennen wir unseren Vater im Himmel eigentlich wirklich? Oft habe ich das Gefühl, dass wir Christen glauben, unser Gott hat den antiautoritären Erziehungsstiel der 68iger Generation übernommen und lässt seine Kinder tun und lassen, was diese wollen, ohne strafend einzugreifen.

Doch so ist Gott nicht und wir tun gut daran, dass nicht zu vergessen!

 

Copyright © Marlon Heins / Alexander Zivic

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