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Mit Jesus zu leben ist nicht immer logisch (Mk8,22-30)

Die folgenden vier Bibelpassage zeigen, dass es weder immer logisch noch immer leicht ist, mit Jesus unterwegs zu sein. Ich denke, dass es wichtig ist, dass wir uns dessen bewusst sind. Manche Dinge, die Jesus gesagt und getan hat, sind uns auch heute noch sehr einleuchtend. Doch bei anderen «Wahrheiten» neigen wir dazu, die «Augen zu» zu machen.

Und er kommt nach Bethsaida; und man bringt einen Blinden zu ihm und bittet ihn, dass er ihn anrühre. Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn vor das Dorf hinaus, spie ihm in die Augen, legte ihm die Hände auf und fragte ihn, ob er etwas sehe. Und er blickte auf und sprach: Ich sehe die Leute, als sähe ich wandelnde Bäume! Hierauf legte er noch einmal die Hände auf seine Augen und ließ ihn aufblicken; und er wurde wiederhergestellt und sah jedermann deutlich. Und er schickte ihn in sein Haus und sprach: Du sollst nicht ins Dorf hineingehen, noch es jemand im Dorf sagen! Mk8,22-26

Wieso wollte Jesus nicht, dass der Blinde von seiner wunderbaren Heilung erzählte? Bei anderen Gelegenheiten hatte Jesus doch explizit wert darauf gelegt, dass das Wunder bekannt wurde (z.B. Mk5,19). Ich denke, dass der Ort der Heilung entscheidend war. Jesus selbst hat ja immer wieder gesagt, dass sein Auftrag darin bestand, den Juden das Heil zu verkünden (Mt15,24). Er wollte, dass sein Volk ihn als Messias erkannte. Darum tat er Zeichen und Wunder und wünschte, dass dieser bekannt würden. Hielt sich Jesus allerdings unter Heiden auf, war er sehr zurückhaltend mit Wundern (Mk7,24-30). Wenn er ausserhalb von Israel heilte, dann wünscht er häufig, dass dieses Wunder nicht bekannt gemacht würde (Mk7,36). So war es auch bei dem blinden Mann in der Geschichte oben.

Jesus handelt zu unterschiedlichen Zeit mit unterschiedlichen Menschen auf unterschiedliche Art und Weise. Wenn wir mit Jesus unterwegs sind, müssen wir lernen, seinen Zeitplan und seine Strategie für die jeweilige Situation zu erkennen! Es ist unbedingt notwendig, dass wir uns vom Heiligen Geist erklären lassen, was in den verschiedenen Situationen unseres Lebens der Wille von Jesus ist.

Und Jesus ging samt seinen Jüngern hinaus in die Dörfer bei Cäsarea Philippi; und auf dem Weg fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Für Johannes den Täufer; und andere für Elia; andere aber für einen der Propheten. Und er sprach zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! Und er gebot ihnen ernstlich, dass sie niemand von ihm sagen sollten. Mk8,27-30

Hier sehen wir das oben erklärte Prinzip ganz deutlich! Jesus hat seine Jünger mehrfach für Einsätze in jüdische Dörfer gesandt (Mt10,5-6). Aber an diesem Ort in den mehrheitlichen heidnischen Dörfern bei Cäsarea gibt er ihnen andere Anweisung. Die Zeit der Heidenmission war noch nicht gekommen. Darum sollten sie niemandem sagen, dass er der Christus war.

Für uns ist das Vorgehen Gottes nicht immer nachvollziehbar. Manchmal haben wir den Eindruck, dass Gott unlogische, vielleicht sogar falsche Dinge tut. Aber wir können Gott vertrauen. Auch wenn wir sein Vorgehen nicht verstehen, dürfen wir uns darauf verlassen, der er weiß, was er tut.