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Jesus heilt und befreit die Kinder Gottes (Mk7,24-3

Jesus war sowohl menschen- als auch zielorientiert. Das zeigt sich sehr deutlich in der folgenden Geschichte. Für manche Christen ist die folgenden Begebenheit ein Problem, weil Jesus einer heidnischen Frau zuerst nicht helfen wollte. Doch in Bezug auf die Kinder Gottes finden hier eine wunderbare Aussage in Bezug auf Heilung und Befreiung.

Und er brach auf von dort und begab sich in die Gegend von Tyrus und Zidon und trat in das Haus, wollte aber nicht, dass es jemand erfuhr, und konnte doch nicht verborgen bleiben. Denn eine Frau hatte von ihm gehört, deren Tochter einen unreinen Geist hatte, und sie kam und fiel ihm zu Füßen — die Frau war aber eine Griechin, aus Syrophönizien gebürtig —, und sie bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben. Aber Jesus sprach zu ihr: Lass zuvor die Kinder satt werden! Denn es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden hinwirft! Sie aber antwortete und sprach zu ihm: Ja, Herr; und doch essen die Hunde unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder! Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen geh hin; der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren! Und als sie in ihr Haus kam, fand sie, dass der Dämon ausgefahren war und die Tochter auf dem Bett lag. Mk7,24-30

Jesus war berufen zu den Menschen in seinem Volk (Mt15,24). Das hatte zur Folge, dass Jesus so gut wie niemanden heilte, der nicht zu Israel gehörte. Diese Frau aus Phönizien bekam das deutlich zu spüren. Doch weil sie dran blieb und Jesus mit ihrer Argumentation überzeugte, erlebte sie trotzdem das Wunder der Befreiung für ihrer Tochter. Mir bricht es das Herz, wenn ich hier lese, dass Jesus die leidende Mutter als Hund bezeichnet. Und ich verstehe nicht, wieso er ihre Tochter nicht sofort von dem bösen Geist befreit hat.  Aber diese Begebenheit führt uns eine Problematik vor Augen, mit der wir uns bis zum heutigen Tag herumschlagen. Wieso rettet, befreit und heilt ein allmächtiger Gott nicht einfach alle Menschen? Am Ende bleibt die Tatsache, dass Jesus niemals alle geheilt hat, die er hätte heilen können. Wir können das nicht verstehen und müssen es einfach hinnehmen.

In Bezug auf uns als Kinder Gottes steht hier aber eine sehr schöne Aussage. Denn Jesus sagt, dass zuerst die Kinder satt werden müssen. Natürlich hatte Jesus mit dieser Formulierung damals noch nicht uns Christen im Blick. Aber in Rö8,16 steht, dass sich seit Pfingsten auch jeder Heide ein Kind Gottes nennen darf, wenn er den Heiligen Geist in sich hat. Was meint Jesus damit, dass zuerst die Kinder satt werden müssen? Er meinte damit, dass zuerst die Kinder Gottes Befreiung und Heilung erleben dürfen, bevor auch Gott fernstehende Menschen geholfen wird. John Wimber hat es so formuliert: Das Brot der Kinder ist Heilung und Befreiung. Wimber sieht hier eine Zusage Jesus, dass er uns auch heute noch heilen möchte. 

Ich finde diesen Gedanken faszinierend. Auch wenn Jesus mittlerweile im Himmel ist, so hat sich seine Kraft nicht verändert. Das Gegenteil ist sogar der Fall: Vom Philipperbrief könnte man sagen, dass er jetzt noch mehr Kraft hat, als während seiner Zeit hier auf der Erde (Phil2,7). Als Kinder Gottes haben wir heute dieselbe Position, die damals nur Israel inne hatten. Lasst uns darum voller Glaube zu Jesus kommen und um das Brot der Heilung bitten, von dem er hier spricht – Marlon Heins.