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Jesus hasst die Heuchelei (Mk7,1-3)

Je länger man als Christ unterwegs ist, desto mehr steht man in der Gefahr, mehr aufgrund von seiner Tradition zu glauben, als sich von der Bibel und vom Heiligen Geist leiten zu lassen. In unserem Text heute wendet sich Jesus sehr direkt gegen diese Praxis.

Und es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren; und als sie einige seiner Jünger mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen, tadelten sie es. Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie sich nicht zuvor gründlich die Hände gewaschen haben, weil sie die Überlieferung der Alten halten … Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: »Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.« Denn ihr verlasst das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen ein … so hebt ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und viele ähnliche Dinge tut ihr. Mk7,1-13

Ich bin immer wieder überrascht, was für eine deutliche Sprache Jesus gesprochen hat. Anders als wir heute war er nicht von Menschfurcht oder falscher Zurückhaltung geprägt. Er war barmherzig mit Opfern und direkt und deutlich mit Heuchlern. Und darum hatte er kein Problem, den damaligen Frommen deutlich zu sagen, was er von ihrer Art Frömmigkeit hielt. Ich möchte aus diesem Text zwei Dinge lernen:

Erstens möchte ich von Jesus lernen, Heuchelei in meinem Leben ehrlich anzuschauen. Ich vermute, dass jeder Christ irgendwo in seinem Leben mit Heuchelei zu kämpfen hat. Immer dort, wo wir von anderen etwas verlangen, was wir selbst nicht tun, geht das in diese Richtung. Ich möchte den Heiligen Geist ganz bewusst auch in diesen Bereichen meines Leben Einlass gewähren und seine verändernde Kraft in Anspruch nehmen.

Zweitens möchte ich von Jesus lernen, immer mehr ohne Menschenfurcht meinen Dienst zu tun. Gerade als Pastor ist es eine Gefahr, Dinge zu verharmlosen, damit die Stimmung innerhalb der Gemeinde nicht gegen einen kippt. Schlussendlich hängt ja der Job davon ab, dass die Gemeindeglieder hinter einem stehen, nicht wahr? Doch wer so lebt, raubt sich die Kraft im Dienst. Was bringt es, wenn Menschen einen mögen, aber der Heilige Geist nicht durch einen spricht?

Lasst uns zu Christen werden, die gegen Heuchelei, vor allem in eigenen Leben angehen. Und lasst uns lernen, in Liebe und ohne Menschenfurcht miteinander unterwegs zu sein – Marlon Heins.