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Finde deine Berufung und werde glücklich (Mk5,14-20)

Viele Menschen sind auf der Suche nach einem glücklichen Leben. Ich glaube, dass das Glück eines Christen eins zu eins damit zusammenhängt, ob er in seiner Berufung lebt oder nicht. Im folgenden Bibeltext finden wir eine schöne Geschichte zu diesem Thema:

Die Schweinehirten aber flohen und verkündeten es in der Stadt und auf dem Land. Und sie gingen hinaus, um zu sehen, was da geschehen war. Und sie kamen zu Jesus und sahen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, dasitzen, bekleidet und vernünftig; und sie fürchteten sich. Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen war, und von den Schweinen. Da begannen sie ihn zu bitten, er möge aus ihrem Gebiet weggehen. Und als er in das Schiff trat, bat ihn der besessen Gewesene, dass er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus ließ es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Geh in dein Haus, zu den Deinen, und verkündige ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan und wie er sich über dich erbarmt hat! Und er ging hin und fing an, im Gebiet der Zehn Städte zu verkündigen, welch große Dinge Jesus an ihm getan hatte; und jedermann verwunderte sich. Mk5,14-20

Dieses Ereignis fand statt, kurz nachdem Jesus einen Besessenen von etlichen Dämonen befreit hatte. Die Dämonen waren nach der Austreibung in eine Schweineherde gefahren, was dazu geführt hatte, dass sich die ganze Herde im See Genezareth ersäuft hatte. Die Hirten der Herde gerieten darüber logischerweise in Panik und erzählten überall von dieser Erfahrung. Interessanterweise waren die Menschen der umliegenden Gegend nicht begeistert von dem, was sie gehört hatte. Vielleicht wäre sie ärgerlich darüber, dass so viele Tiere getöteten worden waren? Vielleicht hatten sie aber auch Angst vor der Macht, die Jesus hatte? In jedem Fall drängte man Jesus dazu, zu gehen.

Der geheilte Mann reagierte anders als seine Mitbürger. Vermutlich hatte er sowieso keine engeren Beziehungen mit den Menschen vor Ort, weil er zu lange von den Dämonen beherrscht worden war. Er bat Jesus, mitkommen zu dürfen. Aber Jesus erlaubt es ihm nicht. Stattdessen gab er ihm den Auftrag, seinen Leuten vor Ort von Jesus dem Wunder zu erzählen, dass Jesus an ihm gewirkt hatte.

Und genau das ist nun der für mich wichtige Punkt aus diesem Text. Denn es wird deutlich, dass Jesus für jeden Menschen einen ganz individuellen Plan hat. Mache Menschen wurden von Jesus berufen, ihm unmittelbar hinterher zugehen (Mk1,17). Anderen wurde gesagt, nichts über die Wunder weiterzusagen, die sie erlebt hatten (Mk1,44). Von manchen distanzierte sich Jesus ganz bewusst, weil er wusste, dass ihre Zeit noch nicht gekommen war (Mk3,31-35). Und vielen offenbarte sich Jesus nur in Gleichnisse, weil sie ihn nicht verstehen konnten (Mk4,11-12).

Auch für den ehemaligen Dämonisierten hatte Jesus einen ganz eigenen Auftrag parat. Er sollte zurück gehen in seine alte Umgebung und davon erzählen, was er mit Jesus erlebt hatte. Interessanterweise wäre der Mann lieber mit Jesus fortgegangen. Aber der Plan Gottes für ihn sah etwas anderes vor. Paulus schreibt im Epheserbrief dazu einen sehr interessanten Satz: Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. Eph2,10 Für jeden Menschen, der Wiedergeboren wurde, hat Gott ganz bestimmte Werke vorbereitet. Ich würde soweit gehen und sagen: In diesen Werken liegt mit ein Grund, wieso Menschen widergeboren werden. Jeder Christ hat seine ganz bestimmte Aufgabe auf dieser Erde, eine Berufung, für die gerade er perfekt geeignet ist. Unsere Verantwortung liegt nun darin, unsere spezifische Aufgabe anzunehmen und herauszufinden, was genau verbunden ist.

Ich persönlich glaube, dass Zufriedenheit und Glück im Leben eines Christen damit verbunden sind, dass er seine von Gott vorbereiteten Werken in diesem Leben findet und tut. Jesus hat einmal gesagt: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben (Joh10,10). Diese Aussage steht im Zusammenhang mit ihm als guten Hirten, der seine Schafe anführen möchte. Ich bin davon überzeugt, dass es nichts Besseres gibt, als Jesus vertrauensvoll hinterherzugehen. Wir werden nicht immer verstehen, welche Wege er uns führt. Aber wir werden am Ende glücklich sein – Marlon Heins.