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Bei Jesus hat der Teufel keine Chance (Mk5,1-13)

Wir leben in einer aufgeklärten Welt. Das Problem dabei ist, dass wir verlernt haben, dass Unsichtbare um uns herum wahrzunehmen. Doch die Bibel sagt, dass um uns herum sowohl göttliche als auch dämonische Mächte am wirken sind. Das wird in folgendem Bibeltext sehr schnell klar:

 

Und sie kamen ans andere Ufer des Sees in das Gebiet der Gadarener. Und als er aus dem Schiff gestiegen war, lief ihm sogleich aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen, der seine Wohnung in den Gräbern hatte. Und selbst mit Ketten konnte niemand ihn binden, denn schon oft war er mit Fußfesseln und Ketten gebunden worden, aber die Ketten wurden von ihm zerrissen und die Fußfesseln zerrieben; und niemand konnte ihn bändigen. Und er war allezeit, Tag und Nacht, auf den Bergen und in den Gräbern, schrie und schlug sich selbst mit Steinen. Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder, schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich mit dir zu tun? Ich beschwöre dich bei Gott, dass du mich nicht quälst! Denn Er sprach zu ihm: Fahre aus dem Menschen aus, du unreiner Geist! Und er fragte ihn: Was ist dein Name? Und er antwortete und sprach: Legion ist mein Name; denn wir sind viele! Und er bat ihn sehr, sie nicht aus dem Land zu verweisen. Es war aber dort an den Bergen eine große Herde Schweine zur Weide. Und die Dämonen baten ihn alle und sprachen: Schicke uns in die Schweine, damit wir in sie fahren! Und sogleich erlaubte es ihnen Jesus. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See. Es waren aber etwa 2 000, und sie ertranken im See. Mk5,1-13

Mich beeindruckt diese Geschichte. Denn sie zeigt in sehr deutlicher Weise, wie viel mächtiger Jesus als der Teufel und die Dämonen ist. Wenn wir das Neue Testament lesen, hören wir immer wieder, dass unser täglicher Kampf eigentlich nicht gegen das ist, was wir mit unseren Augen sehen. Sondern unser Kampf ist gegen die unsichtbaren Mächte der Finsternis, die wir nicht mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen können. So schreibt Paulus im Epheserbrief: Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. Eph5,12

Da dieser Text explizit darauf hinweist, dass unser Kampf nicht gegen Fleisch und Blut, also gegen andere Menschen ist, wird schon deutlich, wie die dämonischen Mächte häufig arbeiten. Durch andere Menschen nämlich. Und genau das wird in dem Bericht über den dämonisierten Mann aus Mk5,1-13 deutlich. Er war von tausenden von Dämonen besessen und lebte darum an einem Ort, wo sich die Dämonen am wohlsten fühlten – in Gräbern seiner Umgebung. Wir sehen in dieser Geschichte auch, dass der Teufel übermenschliche Macht hat, denn keine von Menschen gemachten Fesseln konnte diesen armen Mann dauerhaft binden. Damit wird auch deutlich, wie wenig Menschen ohne die Kraft Gottes gegen die dämonische Welt ausrichten können. Doch dann kam Jesus und die ganze Situation änderte sich.

Ich liebe den Satz aus Vers 6: Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder! Die Dämonen in diesem Mann spürten die Macht, die von Jesus ausging. Kaum hatte er das Ufer betreten änderte sich die Atmosphäre am Land. Die reine Gegenwart von Jesus erschütterte die dämonische Welt so sehr, dass die über 2000 Teufel vor Jesus hinfielen und um Gnade winselten. Überall dort, wo Jesus ist, hat der Teufel keine Chance.

Darin liegt die Tragik von der Geschichte, die wir wenige Kapitel zuvor im Markusevangelium gelesen haben. In Mk1,23 wird beschrieben wie Jesus einen dämonisch besessenen Mann in einer Synagoge geheilt hat. Das Schlimme ist, dass der Dämon sich unbehelligt in diesem Gotteshaus aufhalten konnte, bis Jesus hinein kam. Wie schaut es in unserem Leben, in unseren Hauskreisen und in unseren Gemeinden aus? Ist Jesus dort so gegenwärtig, dass der Teufel flieht? Oder leben wir in solch einer Ferne von Jesus, dass die dämonische Welt keine Angst zu haben braucht?

Aus der Geschichte vom Besessenen Gadarener können wir lernen, dass in der Gegenwart von Jesus alle dämonischen Mächte zusammenbrechen. Alle Krankheiten, alle Belastungen, alle Feindseligkeiten und alle Streitereien, die teuflischen Ursprung haben, werden weichen. Im Namen Jesus liegt die Kraft, gegen die unsichtbaren Mächte der Finsternis vorzugehen. Wir müssen uns nur sicher sein, dass Jesus auch tatsächlich in unserer Nähe ist. Die Juden in besagter Synagoge waren auch der Meinung, den lebendigen Gott anzubeten. Aber die Wahrheit sah anders aus. Genauso können auch Christen in Gottesferne leben, obwohl sie durch das Blut von Jesus irgendwann einmal Erlösung und ewiges Leben bekommen (Gal5,16-22; Eph4,27).

Neben der engen Gemeinschaft mit Jesus sind offene geistliche Augen notwendig, damit die Mächte der Finsternis ins wanken kommen. Paulus betete für die Christen in Ephesus für genau solche offenen Augen (Eph1,15-20). Wer seine geistlichen Sinne nicht durch den Geist Gottes geschult bekommt, der wird ganz häufig nicht bemerkten, wann und wo der Teufel am Werk ist. Ich wünsche uns, dass wir wieder neu lernen, in Kraft von Jesus das Licht Gottes in die Finsternis unserer Zeit hinein zu bringen – Marlon Heins.