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Vom Leben im Licht und der Vergebung von Sünde (Mk4,21-22)

Müssen wir als Christen täglich um Vergebung bitten, damit die Gemeinschaft mit Gott nicht gestört ist? Was bedeutet es eigentlich genau seine Sünde zu bekennen? Wie kann ein Mensch im Licht von Jesus leben und befreit von aller Schuld sein Leben genießen? All das und noch viel mehr möchte ich heute kurz auf Grundlage des folgenden Bibeltextes besprechen:

Und Jesus sprach zu ihnen: Kommt etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird, und nicht vielmehr, damit man es auf den Leuchter setzt? Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar gemacht wird, und nichts geschieht so heimlich, dass es nicht an den Tag kommt. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Und er sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Mit demselben Maß, mit dem ihr [anderen] zumesst, wird auch euch zugemessen werden, und es wird euch, die ihr hört, noch hinzugelegt werden. Denn wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat. Mk4,21-25

Das Bild vom Licht spielt in Bezug auf unsere Sünde im Leben eine entscheidende Rolle. Es ist darum wichtig, dass wir als Christen die vielen Aussagen in der Bibel richtig verstehen. Schon Jesaja hatte im Alten Testament davon gesprochen, dass eines Tages ein großes Licht im Volk Israel auftauchen wird (Jes9,1). Jesus selbst hat diese Prophetie dann auf sich bezogen, in dem er sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. Joh8,12 Im Gespräch mit dem Pharisäer Nikodemus erklärt Jesus dann, wie ein Mensch dieses Licht des Lebens bekommen kann: Jeder der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind. Joh3,20-21

Die Idee ist, dass Menschen früher oder später feststellen, dass sie nicht anders können als Böses zu denken und zu tun. Die normale Reaktion auf diese Erkenntnis ist, dass man seine bösen Neigungen verheimlich, also ganz bewusst damit nicht ans Licht kommt. Doch Gott bietet noch eine zweite Möglichkeit an, mit dem Bösen in sich umzugehen. Diese Möglichkeit wirkt im ersten Moment abschreckend: Anstatt seine sündhaften, negativen Neigungen zu verheimlichen, kann man seine Boshaftigkeit ins Licht von Jesus bringen. Das ist zu vergleichen mit einer Person, die sich entschließt, seinen Keller aufzuräumen. All das alte Zeug wird hervorgeholt und ans Licht gebracht. Dann lädt man das Gerümpel in den Kofferraum und bringt es zur Mülldeponie.

In dem Moment, wo wir bereit sind, ganz freiwillig ins Licht von Jesus Christus zu treten, empfangen wir die 100% Absolution: Wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft mit Gott, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. Joh1,7

Die Alternative zu diesem Verhalten wäre, weiterhin in der Finsternis zu leben. In unserem Bibeltext aus dem Markusevangelium spricht Jesus zu Menschen, die sich für diesen zweiten Weg entschieden haben: Kommt etwa das Licht, damit es … unter das Bett gestellt wird … nichts ist verborgen, das nicht offenbar gemacht wird, und nichts geschieht so heimlich, dass es nicht an den Tag kommt. Mk4,21-22 Wer nicht freiwillig ins Licht tritt, wird spätestens am Ende seines Lebens eine böse Überraschung erleben. Jesus sagt sehr deutlich, dass irgendwann sowieso alles Verborgen ans Licht kommen wird.

Ich bin froh über diese Botschaft, denn ich bin mir über das Böse bewusst, das in meinem Herzen, meinen Worten und meinen Taten abgeht. Darum entscheide ich mich jeden Tag neu, ganz bewusst im Licht von Jesus zu leben, was ja nichts anderes bedeutet, als ganz nah mit ihm unterwegs zu sein.

Und jetzt kommt ein wichtiger Punkt: Viele Christen haben das Gefühl, sie müssten zuerst all ihre schlechten Gedanken und Taten bekennen, bevor sie im Licht von Jesus leben können. Das sehe ich von der Bibel her anders. Der Wunsch Gottes besteht nicht darin, dass ich zuerst alles Böse bekenne, bevor ich in Gemeinschaft mit Jesus leben kann. Der Wunsch Gottes besteht darin, dass ich, so wie ich bin direkt ins Licht von Jesus komme. Ich muss nicht erst Vergebung suchen um Gemeinschaft mit Jesus zu haben. Ich bekomme Vergebung, INDEM ich Gemeinschaft mit ihm habe!

Genau so schreibt es Johannes in seinem Brief: Wenn wir im Licht wandeln … haben wir Gemeinschaft (mit Gott) und das Blut Jesu … reinigt uns von aller Sünde. Joh1,7 Reinigung von Sünden und Gemeinschaft mit Gott geschieht dort, wo ein Mensch so wie er ist, ins Licht von Jesus kommt. Es braucht einfach den Mut und die Bereitschaft, alles in meinem Herzen immer wieder vor Gott offen zu legen. Der Schritt ins Licht reicht, um Vergebung und Gemeinschaft mit Gott zu erleben – Marlon Heins