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Gottes Zeitpunkte erkennen (Mk1,14-20)

Schon König Salomo schriebt, dass es für alles einen richtigen Zeitpunkt gibt (Pred3,1-8). Jesus war ein Meister darin, die Zeitpunkte seines Vaters im Himmel abzuwarten und dann zur rechten Zeit aktiv zu werden. Als Christen müssen wir hier von Jesus lernen. Auch wir müssen lernen, so auf unseren Vater im Himmel zu hören, dass wir seine Zeitpunkte zum Handeln erkennen und nutzen können. Jesus hat einmal folgendes gesagt: Ich kann nichts von mir selbst aus tun. Wie ich höre, so entscheide ich und meine Entscheidungen sind richtig. Denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mit gesandt hat.“Joh5,30. Diese Abhängigkeit von Gott ist der Schlüssel für ein Leben in Frucht, Vollmacht und Gebetserhörung. Als souveräner Herrscher hat Gott die Macht, die Zeiten und Zeitpunkte zu bestimmen, wann was zu passieren hat. Unsere Aufgabe besteht darin, diese Zeiten zu erkennen und dann parat zu sein. Wie so etwas ganz praktisch aussieht, können wir wunderbar in der folgenden Geschichte erkennen:

 

Nachdem aber Johannes gefangen genommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium! Als er aber am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im See, denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen! Da verließen sie sogleich ihre Netze und folgten ihm nach. Und als er von dort ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, die auch im Schiff waren und die Netze flickten. Und sogleich berief er sie; und sie ließen ihren Vater Zebedäus samt den Tagelöhnern im Schiff und folgten ihm nach. Mk1,14-20

Der Text ist voll von Zeitangaben. Und Jesus wusste immer genau, wann er was zu tun hatte. Sein Dienstbeginn war dran, nachdem Johannes gefangen genommen war. Und bevor er seinen Reisedienst starten konnte, musste er zuerst noch seine Jünger zusammensammeln. Die wiederrum waren ebenfalls offen für den Ruf in die Nachfolge. Markus schreibt, dass die Jünger sofort alles stehen und liegen liessen, um der Anfrage von Jesus zu folgen.

Alles hat seine Zeit und die steht in Gottes Händen. Wenn wir als Christen ein fruchtbares Leben führen wollen, dann kommen wir nicht drum herum, uns mit den Zeitpunkten Gottes zu beschäftigen. Ich persönlich glaube, dass nichts so wichtig ist, als das geduldige Warten darauf, dass Gott uns seinen aktuellen Willen für die aktuelle Situation offenbart. Wenn ich eine Ahnung davon bekomme, was Gott tun möchte, dann weiss ich, wofür ich beten muss, um erhört zu werden. Wenn ich eine Ahnung davon bekommen, was Gott tun möchte, dann weiss ich, in welche Richtung ich zu gehen haben, um zum rechten Zeitpunkt am richtigen Ort zu stehen.

Jesus hatte durch seine ungetrübte und perfekte Verbindung zum Vater im Himmel natürlich zu jedem Zeitpunkt das absolute Wissen vom Willen Gottes. Aber selbst er verbrachte ganze Nächte im Gebet, damit diese ungetrübte und perfekte Verbindung zum Vater erhalten bleiben konnte. Um wie viel mehr müssen wir uns in die Stille vor Gott begeben, damit unsere Verbindung zum Himmel stabil und offen bleibt. Vielleicht möchtest du die vor uns liegenden Sommer- und Ferienwochen ja dazu nutzen, in die Verbindung mit Gott zu investieren. Vielleicht wäre es dran, ein gutes, geistliches Buch darüber zu lesen, wie man die Stimme des Heiligen Geistes im Alltag hören lernt. Oder du nutzte die kommenden Wochen, um dich ganz bewusst für eine längere Zeit in die Stille vor Gott zu begeben. Es gibt etliche Möglichkeiten, in die Gemeinschaft mit Gott zu investieren und so seinen Willen besser kennen zu lernen.

Ich wünsche mir und uns, dass wir von Jesus lernen und unsere geistlichen Augen und Ohren auf die Zeitpunkte Gottes ausrichten. Natürlich ist es leichter, einfach selbst zu planen und zu handeln. Aber fruchtbarer und vollmächtige sind solche Christen unterwegs, die ihren eigenen Willen dem Willen Gottes unterordnen und sich vom Heiligen Geist führen lassen. Und ich rede hier nicht von einem passiven Stehenbleiben! Wovon ich rede ist ein aktives Zuhören, während man weiterhin in die Richtung geht, die man als letztes von Gott erkannt habe. Gesegnete Sommerzeit, euer Marlon.