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Es ist leicht Jesus zu dienen – sei einfach du selbst (Mk2,13-17)

Etliche Studien haben gezeigt, dass Menschen, die Christen werden, innerhalb kürzester Zeit ihre nicht christlichen Freunde verlieren. Oft ist es die Gemeinde, die so viele Termine anbietet und Mitarbeit wünscht, dass für Freunde ausserhalb der Kirche kaum mehr Zeit bleibt. Hinzu kommt, dass von einem Christen häufig viele Verhaltensregeln gefordert werden. Das führt nicht selten dazu, dass der Gräben zwischen Christen und nicht Christen größer werden und kaum mehr Berührungspunkte vorhanden sind. Die folgende Geschichte zeigt aber deutlich, dass Jesus gerade solche Menschen beruft, die Kontakte ausserhalb der frommen Szene haben. Es scheint so, als ob Jesus gar nicht möchte, dass wir uns vor allem in frommen Kreisen bewegen.

 

Da ging er wieder an den See hinaus, und die ganze Menge kam zu ihm, und er lehrte sie. Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, an der Zollstätte sitzen. Und er sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm. Und es geschah, als er in dessen Haus zu Tisch sass, dass auch viele Zöllner und Sünder sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch setzten, denn es waren viele, die ihm nachfolgten. Und als die Schriftgelehrten und die Pharisäer sahen, dass er mit den Zöllnern und Sündern ass, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern? Als Jesus es hörte, sprach er zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße. Mk2,13-17

Wieso hat Jesus einen Zöllner als Jünger berufen? Wir wissen nicht die ganze Antwort auf diese Frage. Aber ein Grund für diese Berufung waren ganz sicher die Kontakte, die Levi durch seinen Beruf hatte. Als Zöllner war er mit anderen Zöllner bekannt. Und weil dieser Beruf grundsätzlich einen zwielichtigen Ruf hatte, bot das Haus von Levi eine sehr niedrige Hemmschwelle für alle möglichen Sünder aus Kapernaum. Und genau das machte Levi für Jesus zu interessant. Diese Tatsache wird deutlich, wenn wir uns die Worte von Jesus an die Schriftgelehrten und Pharisäer anschauen, wo er sagt: Ich bin gekommen, um Sünder zur Busse zu rufen! Jesus wollte diejenigen erreichen, die ihren Fuss niemals in ein typisches Gotteshaus gesetzt hätten. Jesus wollte diejenigen heilen, die sich niemals mit ihrer Not an einen typischen Frommen gewandt hätte. Und darum war Levi der perfekte Mitarbeiter für Jesus.

Viele Christen fragen sich, was ihre Aufgabe im Reich Gottes sein könnte. Sie arbeiten irgendwo in ihren Kirchen mit, spüren aber wenig Leidenschaft für diese Aufgabe. Ihr Herz brennt für etwas, was innerhalb der typischen Gemeinde keinen Platz zu haben zu scheint. Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt. So wie Levi für Jesus durch seinen Kontakt zu den Zöllnern und Sündern wichtig war, so bist vielleicht auch du durch deine Kontakte – deine Hobbies, deinen Beruf oder deinen Freundeskreis – entscheidend wichtig fürs Reich Gottes. Manchmal ist es ganz leicht, Jesus zu dienen. Man muss einfach nur so bleiben, wie man ist – Marlon Heins.