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Offen sein für Wunder nach dem Wunder (Mk1,41-45)

Was tust du, wenn Gott dir gibt, worum du ihn gebeten hast? Wie reagierst du, wenn du plötzlich Heilung, Antworten oder sonst eine Gebetserhörung von Jesus bekommst? Die folgende Geschichte soll uns darauf aufmerksam machen, dass Gott häufig Dinge in unserem Leben tut, durch die auch andere gesegnet werden sollen.

 

Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen! Da erbarmte sich Jesus über ihn, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt! Und während er redete, wich der Aussatz sogleich von ihm, und er wurde rein. Und er ermahnte ihn ernstlich und schickte ihn sogleich fort und sprach zu ihm: Hab acht, sage niemand etwas; sondern geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis! Er aber ging und fing an, es vielfach zu verkündigen, und breitete die Sache überall aus, sodass Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einsamen Orten; und sie kamen von allen Seiten zu ihm. Mk1,40-45

Jesus hat die Macht kranke Menschen nur durch ein Wort gesund zu machen. Das wird in dieser Geschichte wieder wunderbar deutlich. Deutlich wird aber auch, was wir in den Versen davor schon festgestellt haben: Denn jedes Wunder von Jesus im Leben von uns Menschen scheint eine bestimmte Absicht zu verfolgen! Diesmal wollte Jesus den Kranken heilen, damit er zu einem lebendigen Zeugnis für die Priester im Tempel werden sollte. Es ging Jesus sicher auch um den Aussätzigen selbst. Denn Markus schreibt, dass sich Jesus über die Situation des Mannes erbarmt hat. Aber durch seine deutlichen Anweisungen nach der Heilung wird auch klar: Jesus wollte mehr durch dieses Wunder bewirken! Er wollte sowohl den Mann heilen, als auch die Priester und geistlichen Leiter aus Israel erreichen.

Es ist schade, dass diese zweite Absicht von Jesus nicht erreicht wurde. Denn der Aussätzige ging nicht nur nicht zurück zum Tempel. Er erzählte auch überall von seiner Heilung, obwohl Jesus es ihm ausdrücklich untersagt hatte. Die Folge davon war, dass Jesus seine Arbeit in dieser Gegend nicht mehr weiterführen konnte. Er zog sich zurück an einen einsamen Ort und war nur noch für diejenigen zu erreichen, die bereit waren, zu ihm hinzuziehen.

Was können wir aus dieser Geschichte lernen? Ich denke, dass Gott häufig Dinge in unserem Leben tut, durch die nicht nur wir, sondern durch die auch andere gesegnet werden sollen. Es ist darum wichtig, dass wir auch dann noch auf Jesus hören, wenn er uns geschenkt hat, was wir uns gewünscht haben. Gerade nach einer Heilung, einer Antwort oder sonst einer wunderbaren Gebetserhörung gilt es zu fragen, wie wir jetzt mit diesem Erlebnis weiter umgehen sollen: Sollen wir es als Zeugnis allen in unserer Gemeinde erzählen? Oder sollen wir mit dieser Erfahrung zu ganz bestimmten Personen gehen, um sie zu ermutigen? Oder ist es dran, über das Erlebnis zu schweigen? Ich denke, dass diese kurze Begebenheit aus Mk1 und die Augen dafür öffnen soll, dass Gott oft noch andere Dinge mit seinem Wirken an uns erreichen möchte. Unsere Aufgabe besteht darin, für diese Möglichkeit offen zu sein und gehorsam zu tun, was der Heilige Geist uns aufträgt – Marlon Heins!