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Wieso Gott nicht immer tut, was ich mir wünsche (Mk1,29-34)

Hast du dich schon mal gefragt, wieso Gott in deinem Leben aktuell nicht eingreift? Viele Christen möchten Wunder in ihrem Leben erleben, aber häufig passiert nicht das, was sie sich erhofft haben. Der Bibeltext von heute gibt uns eine Antwort, wieso Gott nicht immer das tut, was wir uns eigentlich gewünscht hätten.

 

Und sogleich verließen sie die Synagoge und gingen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber danieder, und sogleich sagten sie ihm von ihr. Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen. Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachten sie alle Kranken und Besessenen zu ihm. Und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt. Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn. Mk1,29-34

Jedes Mal wenn ich diesen Bibeltext lese stelle ich mir die selbe Frage: Wieso hebt Markus die Schwiegermutter von Petrus so explizit hervor und erwähnt die vielen Menschen aus Kapernaum nur als anonyme Gruppe von Kranken und Besessenen? War die Schwiegermutter von Petrus wichtiger als all die anderen Kranken? Ich habe den Eindruck, dass die Schwiegermutter nicht wichtiger war, aber das Markus durch ihr Beispiel etwas Wichtiges verdeutlichen wollte.

Hast du dich jemals gefragt, wieso Markus ausdrücklich erwähnt, dass die Schwiegermutter von Petrus gleich nach Ihrer Heiligung anfing, Jesus und seinen Jüngern zu dienen? Ich habe mich das schon oft gefragt. Denn eigentlich hätte ich dieser Frau gewünscht, dass sie sich nach ihrer Heilung hätte hinlegen und ausruhen dürfen. Doch genau das ist Punkt: Jesus hatte diese Frau offensichtlich mit der Absicht gesund gemacht, dass sie wieder in der Lage war, dem Besuch zu dienen.

Wenn wir jetzt weiterlesen, erfahren wir, dass am Abend die Kranken aus Kapernaum zu Jesus gebracht wurden. Markus spricht explizit von ALLEN Kranken der Stadt. Doch interessanterweise macht Jesus nicht alle dieser Kranken auch gesund. Markus schreibt explizit, dass viele, aber nicht alle dieser Menschen wieder gesund gemacht wurden. Warum sagt der Text das so? Ich persönlich glaube, dass wir die Antwort in der Heilung der Schwiegermutter von Petrus zu finden ist. So wie diese Frau mit der Absicht geheilt wurde, anschließend Jesus dienen zu können, so werden Menschen von Jesus mit einem ganz bestimmten Ziel geheilt. Hinter jeder Heilung steckt eine Absicht und ein Plan Gottes. Umgekehrt gilt: Wenn Menschen nicht geheilt werden, dann hat Gott damit ebenso einen Plan.

Als Menschen wissen wir diesen Plan Gottes in der Regel nicht. Wir fragen uns nur, wieso Gott Menschen so unterschiedlich behandelt. Die einen werden geheilt und die anderen nicht. Die einen wachsen in einer guten Umgebung auf und die anderen nicht. Die einen haben ein Leben voller Vorteile und die anderen scheinbar nicht. Wieso behandelt Gott Menschen so unterschiedlich? Die Antwort lautet: Weil Gottes Plan für jeden Menschen ein wenig anders ist! So steht es auch in der Bibel: Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. Eph2,10

Als Christen sind wir von Gott geschaffen worden, um einen ganz bestimmten Plan und konkrete, vorbereitete Werke zu tun. Bei unserer Erlösung hatte Gott also schon eine ganz bestimme Absicht im Kopf. Und wen er anschließend dann weitere Zeichen und Wunder in unserem Leben wirkt, dann dient das demselben Ziel, dass er schon bei unserer Bekehrung vor Augen hatte. Umgekehrt gilt aber auch: Wenn Gott aktuell keine Wunder in deinen Leben tut, dann dient auch das einem ganz bestimmten Ziel. Wer so durchs Leben geht, darf entspannt empfangen, was Gott gerade tut! Er darf sich freuen, wenn Gott Heilung und Wunder schenkt. Er darf sich aber auch freuen, wenn Gott gerade nichts Übernatürliches in seinem Leben bewirkt. Denn alles was gut, dient am Ende dazu, dass wir an SEINEM Ziel für UNSER Leben ankommen sollen – Marlon Heins.