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Gott ist groß und ich bin klein (Hi.35,13-15)

Hallo liebe Leser des bibelBLOG. Seit einigen Tagen lese ich mal wieder das Buch Hiob. Und wieder hat es mich voll getroffen, mit welcher Dramatik Hiob lernen muss, dass Gott tun und lassen kann, was er will.

Eine lange Zeit über durfte Hiob Reichtum und Ehre erleben. Doch dann fordert der Teufel Gott heraus, Hiob den Segen zu entziehen. Und tatsächlich verliert Hiob daraufhin alles, was er hatte. Mitten in seinem Elend besuchen ihn drei Freunde, die ihm eigentlich Trost zusprechen wollten. Aber anstelle von Ermutigung klingt aus ihren Worten mehr und mehr die Anklage durch, dass Hiob schlussendlich selber für seine schlimme Situation verantwortlich ist. Alle drei vermuten nämlich eine heimliche Schuld im Leben von Hiob, die Ausschlag für das Strafen Gottes gewesen sein soll.

Doch Hiob lässt sich diese Vorwürfe nicht gefallen. Jedem seiner Besucher hält er mit langen Reden entgegen, dass er sich keiner Sünde bewusst ist und immer rechtschaffend gelebt hatte. Schließlich kommt es so weit, dass  Hiob Gott anklagt, ihn ungerecht zu behandeln. Dieser Vorwurf bringt einen vierten Redner auf den Plan, der sich bis zu diesem Zeitpunkt im Hintergrund gehalten hatte. Dieser Elihu weißt zuerst die drei Besucher und anschließend Hiob in seine Schranken. Sein Punkt ist:

Auch wenn Gott nicht immer sofort eingreift, so ist ihm sehr wohl alles bewusst, was auf dieser Erde passiert. Zu seiner Zeit kümmert er sich um jeden Einzelnen, so wie es richtig ist. Allerdings reagiert er nicht auf jede Kleinigkeit, um die wir ihn bitten. Gottes Beurteilungsmaßstab ist oft ganz anders wie unserer. Gottesfürchtig zu leben bedeutet, ihn Geduldig machen zu lassen, im Vertrauen darauf, dass es Gut kommt (Hi. 35,13-15). Als Gott muss und wird er sich nicht vor uns Menschen für irgendeiner seiner Entscheidungen verantworten (33,13).

Nun, ich persönlich denke, dass Elihu anders als seine drei Redner davor tatsächlich in der Weisheit Gottes gesprochen hat. Denn unmittelbar nach seiner Rede bestätigt Gott all seine Worte noch mal höchstpersönlich (Hiob 38-42). Wie oft lasse ich mich zu einer ähnlich Reaktion hinreißen wie Hiob es damals getan hat - und das, obwohl meine Not mit nichts zu vergleichen ist, was Hiob durchmachen mussten. Wie oft bin ich der Meinung, genau zu wissen, was gut und recht ist und spiele mich damit in eine Position auf, die ich überhaupt nicht habe. Ich möchte vom Buch Hiob lernen: Gott ist groß und er weiß was zu tun ist. Ich bin klein, übe mich in Geduld und lass ihn machen!

Alles Liebe, euer Marlon Heins