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Befreiung im Licht Gottes (Joh. 3,21)

Hallo liebe Leser. In meiner bibelZEIT hat mich heute eine Aussage fasziniert, die ich bisher immer überlesen habe. Es hat mich unheimlich entspannt, diese Worte über Gott aus dem Mund von Jesus zu lesen.

"Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind" (Joh. 3,21). Dieser Vers ist der Abschluss einer Kurzpredigt von Jesus, in der er darüber spricht, worin seine Aufgabe auf dieser Erde besteht. So sagt er in dieser Passage: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gesandt hat, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat ... Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet werden, wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet ... Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse" (Joh. 3,16-19).

Ewiges Leben wird also solchen Menschen gegeben, die bereit sind, an Jesus als den Sohn Gottes zu glauben. Und an Jesus zu glauben ist nach diesen Worten gleichbedeutend damit, ins Licht Gottes zu treten. Und was geschieht im "Licht Gottes"? Nun, Jesus sagt es selber in Vers 21: Im Licht Gottes werden all die Werke, Gedanken und Motive eines Menschen ganz offen und sichtbar. Da ist es natürlich sehr verständlich, wieso viele Menschen sich scheuen, in dieses Licht zu treten. Wer will schon gerne alles von sich preisgeben? Das erinnert einen ja sofort an die aktuelle Diskussion um die Einführung von Nacktscannern an Flughäfen. Das Problem mit diesem Durchleuchten ist ja genau, dass man Angst davor hat, zu viel von sich preisgeben zu müssen. Doch wer Kontakt zu Gott will, der muss in einem geistliche Sinne genau zu so einem totalen Scann bereit sein. Wer ins "Licht Gottes" tritt, der zeigt sich nicht nur äusserlich sondern vor allem auch innerlich völlig nackt.

Und eben hierin liegt der eigentlich Grund, wieso viele Menschen nicht zu Gott kommen wollen. Sie wollen nicht alles von sich preis geben. Sie wollen nicht, dass sie so gesehen werden, wie sie wirklich sind. Jesus sagt das in seiner Predigt sehr deutlich: "Jeder, der Böses tut ... kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden" (Joh. 3,20). Nun, ich weiss nicht, wie es euch geht. Aber so sehr manchen Menschen dieses "Licht Gottes" auch Angst machen mag - für mich war es heute Morgen wieder sehr befreiend, darüber zu lesen. Denn natürlich ist es zuerst einmal unangenehm, sein ganzes Inneres vor Gott nach Aussen zu kehren. Natürlich ist es nicht ganz leicht, seine Masken und Schutzmauern fallen zu lassen. Aber ... der Nutzen, der aus diesem Öffnungsprozess entsteht, ist aus meiner Sicht so Riesengross, dass es sich lohnt. Wie befreiend ist es, wenn man nicht mehr schauspielern muss? Wie genial ist es zu erleben, dass man geliebt und angenommen wird, obwohl man ist, wie man ist?

Ja, ins Licht Gottes zu treten ist auf den ersten Blick schwer. Aber auf den zweiten Blick betrachtet, führt dieser Schritt in Licht schlussendlich zu einer unglaublichen Freiheit. Und Jesus sagt es sehr deutlich: Wer bereit ist, alles vor Gott offen zu legen, der wird dafür nicht verurteilt werden (Joh. 3,18). Das Gegenteil ist sogar der Fall. Wer an Jesus glaubt und seine Sünden offen zugibt, der bekommt dafür sogar das ewige Leben geschenkt.

Für mich war diese Botschaft heute Morgen eine absolute Befreiung. Ich durfte und darf immer wieder vor Gott treten und zwar genau so, wie ich bin. Ich muss nicht mehr heucheln. Ich muss nicht vorgeben, jemand zu sein, der ich gar nicht bin. Ich darf genau so kommen, wie ich bin und Gott wird mich einfach nur lieb haben. Bei Gott lohnt es sich, nicht zu schauspielern.

Alles Liebe, euer Marlon Heins