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Verrückte Weihnachtsgeschichte (Mt. 1,18-25)

Langsam rückt die Weihnachtsnacht in greifbare Nähe. Auch in meiner bibelZEIT spiegelt sich das wieder. Denn heute Morgen war zum ersten Mal in diesem Jahr ein Text aus der klassischen Weihnachtsgeschichte dran.

Und dabei fiel mir wieder auf, was für "irre" Dinge Gott von Maria und Joseph eigentlich erwartet hat.

Sollte er dieselben verrückten Erwartungen auch an uns stellen?

Nun, diese Frage ist natürlich rhetorisch zu verstehen. Denn an vielen Stellen macht die Bibel klar, dass Nachfolge von Jesus ganz oft damit verbunden ist, Dinge zu tun, die menschlich beurteilt nicht ganz normal sind. So, wie Gott das halt auch von Maria erwartet hat, als "es sich erwies, dass sie vom Heiligen Geist schwanger geworden war" (Mt. 1,18). Ich meine - so sehr man sich an diesen Satz im Laufe der Jahre auch gewöhnt haben mag, so verrückt bleibt er, wenn man anfängt, darüber nachzudenken. Und schlussendlich gilt: Solche Aussagen Bibel muss man einfach glauben wollen. Denn wenn man versucht sie mit dem menschlichen Horizont zu erklären, dann kommt man kaum weiter.

Und auch von Joseph erwartet Gott einen hohen Einsatz. Denn rein menschlich beurteilt musste Joseph zum Ergebnis gelangen, dass seine Zukünftige ihn mit einem Mann betrogen hatte. Aber Gott schickte einen Engel, der ihn dazu drängt zu glauben, dass das Baby in Maria vom Heiligen Geist gezeugt worden war (Mt. 1,20). Was mich an Joseph echt fasziniert ist seine einfache aber nachhaltige Konsequenz: "Als nun Joseph vom Schlaf erwachte, handelte er so, wie es ihm der Engel des Herrn befohlen hatte und nahm sein Frau zu sich" (Mt. 1,24).

Die Weihnachtsgeschichte taugt also nicht nur dazu, uns am Heiligabend ein wohliges Gefühl zu vermitteln. Wer diese Geschichte ernst nimmt, der wird zusätzlich zu allem Schönen nämlich auch immens herausgefordert. In Maria und Joseph werden nämlich Menschen vorgestellt, die bereit waren, wieder jeder Logik in blindem Vertrauen in den Allmächtigen einfach nur zu tun, was Gott von ihnen wollte. Genau so sollen Jünger Jesu sein!

Alles Liebe, euer Marlon Heins