glaubensfragen.org

Gott liebt Veränderung

Hallo liebe Leser meines bibelBLOG. Mir wurde heute Morgen in der bibelZEIT eine Sache bewusst, die auf den ersten Blick provozierend wirken könnte. Da diese Sache aber von Jesus höchstpersönlich stammt, wäre es vielleicht gut, dennoch einmal genauer hinzuhören.

Der Text meiner bibelZEIT stammte aus dem Lukasevangelium. Jesus sprach dort mit den jüdischen Gesetzeslehrern, die ihn immer wieder mit denselben Fragen konfrontieren, nämlich: Wieso machst du alles anders, wie wir es aus dem Alten Testament gelernt haben? Und als Antwort auf diese Frage bringt Jesus einen Vergleich: „Niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; denn sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreißen, und er wird verschüttet, und die Schläuche verderben; sondern neuer Wein soll in neue Schläuche gefüllt werden, so bleiben beide miteinander erhalten. Und niemand, der alten trinkt, will sogleich neuen; denn er spricht: Der alte ist besser!“ (Lk 5,37-39).

Ich habe lange über diese Worte nachgedacht. Vor allem über die Schlussaussage in diesem Gleichnis. Das Problem besteht darin, dass die Aussage „Der alte Wein ist besser“ eigentlich korrekt ist. Jeder, der sich mit Wein auskennt, der weiß, dass tatsächlich alter Wein oft der bessere Wein ist. Nur ... hier in diesem Gleichnis, da möchte Jesus etwas ganz anderes sagen. So gut das Alte auch in Bezug auf echten Wein sein mag. Im Bezug auf die geistliche Welt ist das Festhalten am Alten eher ein Problem.

Und das wird schnell deutlich, wenn man sich den Kontext der Geschichte anschaut. Wie schon gesagt: Jesus spricht in dieser Situation mit den Pharisäern. Und die waren sehr davon überzeugt, dass ihre alten, jüdischen Überlieferungen das Beste war. Doch genau dieses Denken stand ihnen nun im Weg, als Gottes Plan vorsah, etwas Neues zu wirken. Durch das Festhalten am Alten waren die Pharisäer nicht mehr in Lage, die aktuellen Wege Gottes richtig zu erkennen. Auch als Jesus ihnen im Anschluss an dieses Gespräch durch zwei Fallbeispiel versuchte zu erklären, dass die alten Gebote durch neue Anweisungen abgelöst werden sollten, wollten sie nicht verstehen.

Und darum endet die ganze Begebenheit zwischen Jesus und den Pharisäern auch mit einem Satz, den ich persönlich sehr traurig finde: „Sie aber wurden mit Unverstand erfüllt und besprachen sich miteinander, was sie Jesus antun könnten.“ (Lk 6,11) Wenn man die Bibel erst nimmt, dann muss man wohl zu dem Ergebnis kommen, dass ein dauerhafter Wiederstand gegen die Wege Gottes nach und nach dazu führt, dass man irgendwann gar nicht mehr in der Lage ist, den Willen Gottes richtig zu erkennen.

Aufgrund dieses Textes möchte ich mich ganz neu öffnen für das Reden Gottes in meinem Leben. Ich möchte versuchen ohne vorgefasste Meinung erkennen zu können, was Gott als nächstes für mich und für meine geplant hat. Denn zu allen Zeiten gab es diese Wendepunkte im Wirken Gottes, wo ganz plötzlich das Alte durch etwas Neues ersetzt wurde. Wir sehen dass im Großen in den verschiedenen Heilszeiten der Bibel und im Kleinen im unterschiedlichen Vorgehen Gottes mit einzelnen Menschen. Obwohl Gott selber Unveränderlich ist, so wirkt er in unserem Leben doch gerade durch Veränderung und Fortschritt. Lasst uns offen sein für die Veränderung, die Gott in unserem Leben geplant hat.

Alles Liebe, euer Marlon Heins