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Warum wollen wir keinen Lohn von Jesus?

BibelBLOG:

Mk 9,35

Hallo liebe Leser meines BibelBLOG. Christen sind die bescheidensten Menschen auf Erden – zu mindestens wenn es um Lohn im Himmel geht?

Irgendwie ist es in unseren frommen Kreisen ziemlich unpopulär, darauf zu spekulieren, dass man eines Tages im Himmel für seine Dienste als Jünger hier auf der Erde von Jesus belohnt werden wird.

Immer wieder erlebe ich in Bibelstunden und Hauskreise dieselbe Entrüstung, wenn es zum Thema  Lohn ihm Himmel kommt. Sonst im Leben versucht man, nicht zu kurz zu kommen, aber wenn es um die Frage geht, was wir davon haben, hier auf dieser Erde Jesus nachzufolgen, dann üben sich viele Gläubige in Zurückhaltung. Man will vermutlich nicht egoistisch sein? Doch … ist Egoismus - richtig verstanden und praktiziert – eigentlich wirklich Sünde? Ich glaube nicht, aber dazu mehr in einem anderen BibelBLOG.

Ich war heute in meiner BibelZEIT wieder herzlich erfreut über die Ehrlichkeit der Jünger Jesus in dieser Sache. Denn ganz offen wurde dort im Jüngerkreis über die Frage diskutiert, wer der Größte unter ihnen ist. Das, was wir uns oft nur Denken, wurde bei den Jüngern also offen ausgesprochen. Und wie regiert Jesus darauf? Er geht ebenfalls auf das Thema ein, so, als ob es die natürlichste Sache der Welt ist? Vielleicht auch darum, WEIL es die natürlichste Sache der Welt ist, dass auch ein Nachfolger Jesu darauf hoffen kann, eines Tages für seinen Einsatz entschädigt zu werden!

Jesus jedenfalls greift das Thema sehr klar auf und erklärt den Jünger, wie man der Größte im Himmelreich sein kann: „Wenn jemand der Erste sein will, soll er von allen der Letzte und aller Diener sein“ (Mk 9,35). Die Frage ist also nicht, ob Christen danach streben dürfen, der Erste im Himmelreich zu sein. Denn Jesus gibt die Antwort und diese lautet: Er darf! Die Frage ist auch nicht, ob es Unterschiede im Himmelreich geben wird. Denn Jesus gibt auch hierzu die Antwort und die lautet: Es gibt sie! Die einzig wichtige Frage ist, ob wir es richtig anstellen, der Erste zu sein; sprich: Ob wir uns an die Regeln halten, nach denen im Himmelreich zwischen „Groß“ und „Klein“ unterschieden wird?

Bei vielen Christen schlägt schon der Puls schneller, wenn sie überhaupt darüber nachdenken müssen, dass es im Himmelreich Unterschiede und Belohnungen für treue Nachfolge geben könnte. Für die Jünger Jesu hingen war es überhaupt keine Frage, dass sie nicht „umsonst“ nachfolgen würden. So fragt Petrus einige Verse weiter seinen Herrn: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt [was bekommen wir jetzt dafür?]“ (Mk 10,28). Und was tut Jesus? Schimpft er? Oder ermahnt er Petrus, bitte nicht so selbstsüchtig zu denken? Fordert er ihn auf, völlig selbstlos alles aufzugeben, einfach aus Dankbarkeit und Liebe? NEIN! Denn auch für Jesus ist es überhaupt gar keine Frage, dass seine Jünger für all das im Himmelreich entschädigt werden, was sie an Entbehrung hier auf der Erde auf sich genommen haben. Und so antwortet er auf die Frage von Petrus: „Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfältig empfängt …“(Mk 10,29-30).

Jesus lässt sich nicht lumpen, wie man so schön sagt. Jesus wird niemandem etwas schuldig bleiben. Und darum dürfen wir ruhig … nein … darum sollten wir ruhig darauf spekulieren, dass wir im Himmelreich entschädigt werden. Denn vielleicht hält viele Christen ja gerade die „Lehre von der Gleichheit im Himmelreich“ davon ab, während ihres Lebens hier auf der Erde RICHTIGE Opfer zu bringen? Wenn wir wieder neu anfangen würden zu glauben, dass wir im Himmel das hundertfach zurück bekommen, was wir hier bereit sind aufzugeben, dann wären wir eventuelle wieder mehr bereit, uns GANZ für Jesus hinzugeben?

Einen schönen Tag wünscht Marlon Heins