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Von der Kraft im Reich Gottes

BibelBLOG:
Mk 9,1-8

Hallo liebe Leser meines BibelBLOG. Welcher Christ wünscht sich nicht, die Kraft Gottes im Alltag zu erleben? Die Wirklichkeit sieht allerdings meistens anders aus. Sowohl im eigenen Leben als auch im Weltgeschehen ist die Kraft Gottes kaum zu spüren. Viele Christen verspüren eine Diskrepanz zwischen dem, was in der Bibel steht und dem, was sie selber erleben. Heute Morgen in meiner BibelZEIT wurde mir wieder neu bewusst, wieso das zurzeit noch so ist.

Markus berichtet davon, dass Jesus seine Jünger mit folgendem Satz überrascht: „Es sind einige unter euch, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes in Kraft haben kommen sehen“ (Mk 9,1). Das ist ja mal eine Verheißung, nicht wahr? Genau das ist es, was ich auch gerne erleben möchte – das Reich Gottes in Kraft! Doch wie geht die Geschichte weiter? Unmittelbar nach dieser Ankündigung steigt Jesus mit drei seiner Jünger auf einen Berg. Und dort dürften dann Petrus, Jakobus und Johannes das Reich Gottes in Kraft für ein paar Minuten erleben. In dieser kurzen Beschreibung erfahren wir dann in der Tat einige interessante Details darüber, wie es im Reich Gottes einmal sein wird:

Das vielleicht Wichtigste ist, dass Jesus im Reich Gottes „verklärt“ sein wird (Mk 9,2-3). Das griechische Wort hier heißt „metarmorphoo“ und die deutsche Sprache hat das Wort „Metarmorphose“ daraus entwickelt. Was Markus also sagen möchte ist, dass Jesus im Reich Gottes verändert sein wird. Im Philipperbrief beschreibt Paulus, wie genau diese Veränderung von Jesus aussehen wird: Jesus wird im Reich Gottes nämlich keine „Knechtsgestalt“ mehr sein. Stattdessen wir er sich in einen „herrlichen Herrscher“ verändert haben (Phil 2,7-11).

Daraus resultiert wohl auch unter anderem die „Furcht“ der Jünger (Mk 9,6). Hier in der Vorschau des Reiches Gottes erkannten Sie Jesus nicht mehr nur als Freund und Rabbi, sondern als denjenigen, der er wirklich wahr: Der Herrscher vor dem sich jedes Knie beugen wird (Phil 2,10-11).

Doch noch mehr geschah in diesen wenigen Minuten. Denn plötzlich tauchten die bereits verstorbenen Elia und Mose auf (Mk 9,4) Im Reich Gottes werden also die Toten wieder lebendig sein und leben. Und noch eine Erkenntnis ist dabei wichtig: Im Reich Gottes werden wir unsere Toten auch wiedererkennen!

Aus der Tatsache, dass die Jünger sich so wohl fühlten, dass sie gleich Hütten bauen wollte, schließe ich, dass niemand von uns mehr weg möchte, wenn er einmal dort ist (Mk 9,5). Auch erfahren wir, dass Gott im zukünftigen Reich wieder sehr natürlich in Kontakt mit den Menschen treten wird. Schlussendlich wird aus den Worten Gottes dann noch deutlich, wer der eigentlich Herrscher im zukünftigen Gottesreich ist, nämlich Jesus Christus (Mk 9,7).

Leider dauerte diese Vorschau nur wenige Minuten. Denn von jetzt auf gleich ist alles wieder beim alten und Markus schreibt: „Und plötzlich als sie umherblickten, sahen sie niemanden mehr bei sich als Jesus allein“ (Mk 9,8). Und genau dieser plötzliche Bruch zurück in die Wirklichkeit machte mir heute Morgen neu bewusst: Das Reich Gottes ist noch nicht in Kraft unter uns! Es wird kommen, daran glaube ich fest weil die Bibel es so sagt. Aber zurzeit sieht die Wirklichkeit noch so aus, dass die Kraft des Reiches Gottes noch nicht wirksam ist.

Und genau darum müssen wir als Christen im Alltag immer noch darauf warten, dass Jesus als Herrscher in Kraft und Macht auftreten wird. Genau darum müssen wir als Christen immer noch darauf waren, bis Jesus die Kontrolle in dieser Welt sichtbar übernimmt. Bis zum sichtbaren Anbruch des Reiches Gottes in Kraft gilt also, was Pauls einst schrieb: „Noch wandeln wir im Glauben und nicht im Schauen“ (2Kor 5,7).

Einen schönen Tag, euer Marlon