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Von menschlicher Ohnmacht zum göttlichen Wunder

BibelBLOG:
Mk 8,1-9

Hallo liebe Leser meines BibelBLOG. Zurzeit dominieren in meiner BibelZEIT die Klassiker der biblischen Geschichten. Aber es ist schon toll, wie Gott selbst durch die bekanntesten Erzählungen immer wieder neu ins Leben hinein sprechen kann. Gott hat mich heute wirklich ermutigt.

Heute lass ich davon, wie Jesus drei (!) Tage lang gepredigt hatte, scheinbar ohne das den Zuhörern langweilig geworden ist. Und irgendwann fällt Jesus dann auf, dass seine Zuhörer die ganze Zeit über gar nichts zu essen hatten. Ist vielleicht sogar jemand vom Stuhl gekippt? In jedem Fall sagt Jesus daraufhin: „Ich bin voll Mitleid mit der Menge … wenn ich sie ohne Speise nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Weg verschmachten“ (Mk 8,2-3).

Während ich diese Verse lass, kam mir unsere Umgebung und Nachbarschaft in den Sinn. Sieht Jesus unsere Nachbarn und Freunde vielleicht mit ähnlichen Augen voller Anteilnahme und Mitleid an? Geistliche betrachtet sind viele Menschen um uns herum ja auch am Schmachten. Sie versuchen ihre Sehnsucht mit allem möglichen zu stillen und werden doch nicht wirklich satt. Ich bin überzeugt davon, dass Jesus sich sehr freuen würden, wenn viele dieser Menschen endlich zu Ihm, dem Brot des Lebens kommen und satt würden.

Doch wie geht Jesus nun konkret dabei vor, dass seine Zuhörer zu gutem Essen kommen? Die Antwort mag verblüffen – aber Jesus fragt seine Jünger, wie viel Essen sie dabei hätten: „Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sprachen: Sieben.“ (Mk 8,5).

Und hier hat es mich wieder ganz neu gepackt! Denn mir wurde neu klar, dass wir als Jünger Jesu diejenigen sein sollen, die den ersten Schritt zur „Speisung unserer Nachbarn und Freunde“ gehen müssen. Natürlich ist es nachher Jesus, der dafür sorgt, dass von diesen wenigen Broten tausende von Menschen satt werden. Aber bevor Jesus das Wunder tut, waren die Jünger aufgefordert, dass wenige beizutragen, was sie hatten.

Jesus schaut unsere Umgebung mit den gleichen Augen voller Mitleid an, mit denen er auch schon damals das Volk Israel angeschaut hat. Und wie damals möchte Jesus, dass die Menschen satt und gestärkt weitergehen können. Doch genau so wie damals die Jünger aufgerufen waren, ihren Beitrag zur „Speisung der Viertausend“ zu leisten, so sind wir heute aufgerufen, aktiv an der „Speisung unserer Umgebung“ mitzuwirken.

Wir müssen darum unsere Ohnmacht überwinden und den Mut haben zu bringen was wir haben – dann werden wir auch das Wunder erleben, dass Jesus aus dem Wenigen was wir gebracht haben, Großes tun wird.