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Am zweiten Tag schuf Gott eine Art Trennung zwischen dem Wasser, dass unseren Planten komplett umgab. Interessanterweise fanden Wissenschaftler laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 12.11.2011 vor einiger Zeit genau solchen Planeten, der ebenfalls komplett mit Wasserdampf umgeben war. Scheinbar sah die Erde genauso aus, denn Gott trennte das Wasser das die Erde umgab und setzte dazwischen eine „Ausdehnung“.

Ich bin der Meinung, dass mit dieser Ausdehnung nicht nur unsere irdische Atmosphäre gemeint sein kann, sondern darüber hinaus das komplette Weltall mit all seinen Systemen, Planten und Sternen. Denn am vierten Tag schreibt die Bibel, dass Gott an der Himmelsausdehnung Lichter zur Unterscheidung von Tag und Nacht festgemacht hat. Konkret spricht die Bibel nur von der Sonne und dem Mond – aber schon diese beiden „Lichter“ an sich machen klar, dass es sich bei der Ausdehnung um mehr handeln muss, als um die Schichten unserer irdischen Atmosphäre. Die Sonne und der Mond befinden sich gemeinsam mit allen anderen Sternen und Planeten nicht in der Atmosphäre sondern im All. Ich gehe also davon aus, dass die am zweiten Tag geschaffene Ausdehnung das komplette All meint. Gott hat demnach eine überaus große Ausdehnung geschaffen. Außerdem wird klar: Außerhalb des Weltalls befand sich zur Zeit der Schöpfung noch Wasser.

Am dritten Tag schuf Gott auf der Erde Gras und Gewächs. Ich fand es interessant, dass die Bibel explizit darauf hinweist, dass Gott ausschließlich Pflanzen schuf, die Samen trugen. Gott schuf also Gewächse, die in der Lage waren, sich zu reproduzieren. Der Wunsch Gottes war also das Leben!

Mir kam daraufhin die Frage, was Gott wohl von den modernen Versuchen hält, Früchte ohne Samen zu kreieren – bspw. kernlose Trauben? Am sechsten Tag sagt Gott zu den Menschen explizite, dass  er ihnen „alle samentragenden Gewächse“ zur Nahrung gegeben hat. Sollte der Mensch „samenlose Gewächse“ überhaupt essen dürfen?

Nochmal zum vierten Tag. Wie schon oben geschrieben denke ich, dass mit der „Himmelsaudehnung“ das Weltall mit all seinen Sternen und Planeten gemeint ist. Doch die Bibel selber erwähnt aus dieser Fülle nur die Sonne und den Mond. Sie beschränkt sich damit auf die beiden Planeten, die tatsächliche Relevanz haben für das Leben auf der Erde. Ich habe mit gefragt, ob es eventuell dem Willen Gottes wiederspricht, wenn wir Menschen uns zu sehr mit den Geheimnissen des Weltalls, mit der Frage nach anderen Sonnensystemen und der Reise ins All beschäftigen? Gleicht das Spekulieren über außerirdisches Leben, die Reise zum Mond und das Träumen von fremden Galaxien nicht dem Versuch, einen neuen „Turm in Babel“ zu bauen?

Am fünften Tag schuf Gott alle Fische und Vögel. Und wie schon bei den Pflanzen, denen Gott alle die Möglichkeit zur Reproduktion gab, so schafft er auch bei den Tieren die Möglichkeit zur Fortpflanzung. Gott will das Leben!

Das Gott Leben möchte wird auch bei der Schöpfung des Menschen deutlich. Gott schafft den Mann und die Frau so, dass sie fruchtbar sein und sich vermehren können.

Gerade beim Menschen fällt aber noch eine weiter Sache auf: Denn Gott will nicht nur das Leben, er möchte auch eine Ordnung haben auf der Erde. Darum gibt er den Menschen nicht nur den Auftrag der Fortpflanzung, sondern auch die Herrschergewalt auf der Erde. Ich denke, dass vor allem auch in diesem Auftrag zu Herrschen die tiefer Bedeutung der Aussagen zu sehen ist, dass der Mensch im Bild Gottes geschaffen worden ist.

Dieser Zusammenhang zwischen „Gottähnlichkeit“ und „Herrschergewalt“ fällt im Text deutlich auf. So schreibt die Bibel in 1Mo 1,26: „Laßt und Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich, die sollen herrschen …“. Nach Gottes Bild geschaffen zu sein bedeutet also vor allem, in der Lage sein, die Erde gut zu regieren. Wenn Menschen diesen Auftrag nicht mehr wahrnehmen, dass verlieren sie ihre „Gottähnlichkeit“.

Wenn man anfängt in 1Mo 2 weiterzulesen, dann fällt einem sofort auf, dass die Bibel in 1Mo 2,5-7 sagt, dass Mensch zu einem Zeitpunkt geschaffen wurde, als es noch „kein Strauch und noch kein Kraut des Feldes“ gab. Immer wieder wird daraufhin behauptet, dass es sich hierbei um den ersten Wiederspruch in der Bibel handelt, da Gott laut 1Mo 1,11 die Pflanzen ja schon am dritten Schöpfungstag geschaffen haben soll.

Dass es sich hierbei aber um keinen Wiederspruch handelt wird sehr klar, wenn man sich genau mit dem Text beschäftigt. In 1Mo 1,11 ist davon die Rede, dass „die Erde Pflanzen hervorbringen soll“. Der Text in 1Mo 2,5 spricht aber von einem ganz anderen Zusammenhang: Hier geht es um explizit  Pflanzen des Feldes, die noch nicht vorhanden waren, WEIL es noch niemanden gab, der das Feld hätte bebauen können. Zu eben diesem Zweck schuf Gott dann zuerst den Menschen (1Mo 2,7) und anschließend einen Garten (1Mo 2,8), in dem der Mensch seiner Tätigkeit als „Bebauer eines Feldes“ nachgehen könnte.

In der Tat gebraucht der hebräische Text hier deutlich unterschiedliche Worte für Erde und Feld.

Interessant fand ich auch, dass die Schöpfung der Frau erst der „Plan B“ von Gott war. Im „ersten Versuch“ dem Mann eine „Gehilfin“ zur Seite zu stellen, schafft Gott nämlich zuerst die „Tiere“ des Feldes“ (1Mo 2,18-19).

Wieder benutzt der hebräische Text das Wort für „Feld“ und nicht das Wort für „Erde“. Damit gibt es auch diesmal keinen Wiederspruch zu 1Mo 1,25, denn dort – am sechsten Schöpfungstag – wurden vor dem Menschen die „Tiere der Erde“ geschaffen. Erst nach der Erschaffung des Mannes wurden dann die „Tiere des Feldes“ geschaffen, womit vermutlich die Tiere gemeint sind, die der Mann zum Ackerbau und für sein bäuerliches Leben benötigte.

Der Text sagt auch aus meiner Sicht darum auch nur, dass die Aufgabe des Mannes darin bestand, den Tieren des Feldes die Namen zu geben. Adam musste also nicht ALLEN Tieren auf der Welt und im Wasser die Namen geben. Diese Annahme führt ja auch immer wieder zu Verwirrung, wenn man sich überlegt, wie Adam beispielsweisen den Tiefseefischen hätte begegnen sollen.

Als „Plan B“ schuf Gott dann die Frau. Der Text deutet an („endlich in 1Mo 2,23), dass Adam deutlich spürte, dass die „Tiere des Feldes“ kein wirkliches Gegenüber darstellten. So wie zuvor die Tiere des Feldes brachte Gott dann auch die Frau zu Adam, worauf dieser „endlich“ zufrieden sein durfte.

Aus den Texten ergibt sich für mich demnach folgende Reihenfolge für den sechsten Tag der Schöpfung:

  1. Gott schuf die „Tiere des Erde“ (1Mo 1,25).
  2. Gott schuf den Mann (1Mo 2,7).
  3. Gott schuf die „Tiere des Feldes“ und weiter Vögel (1Mo 2,19).
  4. Gott schuf die Frau (1Mo 2,22).