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Hallo liebe Leser meines bibelBLOG. In meiner gestrigen Bibelzeit habe ich im Philipperbrief einen interessanten Vers gelesen.

Ich weiß, dass viele Bibelleser bei diesem Vers nicht wissen, was Paulus damit sagen will.

Es geht um die „Verwirklichung der eigenen Errettung mit Furcht und Zittern“.

So schreibt Paulus in Phil 2,12-13: „Darum … wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid … verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern, denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen“.

Was meint Paulus damit, die eigenen Errettung mit Furcht und Zittern und zu verwirklichen? Immer wieder hört man Meinungen, die daraus schließen. Ich kann meine Errettung verlieren, wenn ich nicht mein Leben lang daran arbeite, sie zu verwirklichen. Andere schließen daraus, dass man immer in einer angstvollen und unterwürfigen Art vor Gott bleiben muss, weil man sonst seine Errettung wieder genommen bekommt. Ich glaube aber, dass Paulus nichts dergleichen mit diesen Versen ausdrücken möchte.

Im 1. Korintherbrief finden wir einen wichtigen Hinweis darauf, wie Paulus diesen Ausdruck „Furcht und Zittern“ verstanden wissen möchte. In 1Kor 2,1-5 beschreibt er nämlich, wie er als Gemeindegründer und Lehrer in Korinth gearbeitet hat. In diesen Versen schreibt er, dass er niemals versucht hat, aus eigener Überzeugungskraft mit überredenden Worten die Korinther zu Jesus zu bringen. Stattdessen beschreibt er seine Arbeit folgendermaßen: „Ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, den Gekreuzigten … ich war in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern bei euch … damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft“.

Etwas mit „Furcht und Zittern“ zu tun, heißt also, weniger auf seine eigene Kraft und Möglichkeiten und dafür umso mehr auf Gottes Handeln zu vertrauen. Und genauso möchte Paulus wohl auch seine Aussage im Philipperbrief verstanden wissen. Die „eigenen Errettung mit Furcht und Zittern“ zu verwirklichen bedeutet nicht, um sein „ewiges Leben“ bangen und zittern zu müssen. Was Paulus sagen möchte ist: Nachdem wir UNVERLIERBAR Errettet worden sind, sollen wir nun ein Leben führen, in dem dieser Errettung sichtbar wird. Unser Dienst soll und darf allerdings nicht aus eigener Kraft erfolgen. Stattdessen müssen wir lernen, unseren Dienst einzig aus der Kraft Gottes zu tun.

Das Paulus tatsächlich diese Bedeutung im Blick hatte verrät er direkt im anschließenden Vers: „Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt…“ (Phil 2,13). Mit „Furcht und Zittern“ zu dienen bedeutet, Gott machen zu lassen.

Und genau darum bin ich so gerne ein Nachfolger von Jesus Christus. Richtig verstanden ist der Aufruf in die Nachfolge Jesu nämlich gar nicht so schwer. Das Schwierigste an der Nachfolge ist, die Hände einmal im Schoss zu belassen und abzuwarten, wann, wo und wie Gott offene Türen und den Ruf schenkt, voran zu gehen.