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Wenn man sich das Leben derjenigen anschaut, die tatsächlich ein Leben mit Jesus gelebt haben, dann muss man mit der Behauptung, ein Leben mit Jesus ist das Beste, was einem Menschen passieren kann, vorsichtig sein! Denn eine solche Behauptung stimmt nur dann, wenn man ganz fest das Leben nach dem Tod mit einbezieht. Nur mit einer solch „ewigen Perspektive“ ist das Leben mit Jesus gut. Denn rein menschlich betrachtet gibt uns die Bibel ein ganz anderes Bild von einem Leben in der Nachfolge Jesus. Wer die Maßstäbe dieser Welt an ein Leben mit Jesus anlegt, der wird erschreckt zurückweichen. Das Leben vom Apostel Paulus ist das ideale Beispiel dafür.

Als Beispiel genügt der Blick auf die Reise des Paulus von Jerusalem nach Rom, so wie in Apg. 27-28  beschrieben. Paulus reiste nicht als freier Mensch sondern als Gefangener. Er war gefangen, weil er versucht hatte, den Auftrag zu erfüllen, den er von Jesus persönlich bekommen hatte. Nun sollte man ja meinen, dass Jesus seinem treuen Diener wenigstens diese Reise so angenehm wie möglich machen würde. Doch dem ist nicht so: Paulus muss erleben, dass man seinen Ratschlag ignoriert und trotz seiner Warnung die Überquerung des Mittelmeeres versucht. Das Unternehme geht schief und ein Sturm bewirkt, dass das Gefangenenboot über einige Wochen unkontrolliert über das Meer treibt. Während dieser Zeit muss man die Wertgegenstände über Bord schmeißen, die Besatzung an der Flucht hindern und auf Essen verzichten. Ganz zu schweigen von der Panik und der Angst während dieser Zeit.  Schlussendlich läuft das Boot auf eine Sandbank und fängt an zu zerbrechen. Gerade noch kann das Leben der Gefangenen inklusiv Paulus gerettet werden – die Soldaten hatten eigentlich geplant gehabt, die Gefangen zu töten, damit eine Flucht verhindert werden konnte. Dann der Sprung ins kalte Wasser und das Schwimmen an Land. Als Paulus sich dann völlig durchnässt an einer Suchaktion für Brennholz zum Feuermachen beteiligt beißt ihn eine Schlange. Daraufhin das bange Warten, ob der Tod eintritt oder nicht. Viele Tage und Nächte in der Notschlafstelle. Dann die Weiterfahrt Richtung Rom.

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass Paulus während dieser Reise einen Engel gesehen hat, ihm schlussendlich doch geglaubt worden ist und seine Leben mindestens zweimal übernatürlich bewahrt wurde. Doch mal ehrlich: Würden wir trotz dieser Erfahrungen mit Paulus tauschen wollen?

Ich denke, dass wir nicht allzu leichtfertig sagen sollten, dass ein Leben mit Jesus das Beste ist, was einem Menschen passieren kann.  Vielmehr sollten wir uns immer wieder sehr deutlich machen, dass ein Leben in der Nachfolge von Jesus Christus einiges Kostet. Ich denke, wir gut daran tun, die Kosten der Nachfolge Jesu immer wieder zu überschlagen, so wie Jesus es uns rät (Luk. 14,26-33). Denn erst mit dem Blick auf die Ewigkeit fängt ein Leben mit Jesus wirklich an sich zu Lohnen!

Alles Liebe, euere Marlon.