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In Markus 9,33-37 lesen wir, dass die Apostel sich genau darüber unterhielten, als sie mit Jesus durchs Land liefen: Wer von uns ist eigentlich der Wichtigste, der Größte und beste Jünger? Als sie an ihrem Ziel angekommen waren, fragte Jesus, worüber sie die Reise über diskutiert hatten. Aus Lukas 9,46-48 wissen wir allerdings, dass Jesus ganz genau wusste, dass diese Gedanken ein Problem unter den Jüngern war. Und ich verstehe die Jünger gut! In der Tat kommt mir oft der Gedanke, dass ich besser bin als andere Menschen, weil ich bestimmte Dinge besser kann.

Und ich bin sehr froh über die Antwort von Jesus: Denn Jesus sagt nicht, dass dieses Denken „Ich bin der Größte“ pauschal falsch ist!  Oft wird das zwar in unseren Gemeinden und Kirchen so hingestellt, aber das Streben danach, der „Beste“ zu sein ist von der Bibel her nicht falsch – falsch ist nur, wenn dieses Denken in einem hochmütigen Verhalten endet; vor allem auch in Hochmut gegenüber Gott.

An allen drei Stellen, wo in den Evangelien von dieser Frage der Jünger berichtet wird, gibt Jesus dieselbe Antwort. Und in allen drei Stellen tadelt Jesus nicht die Frage nach der „Größe und Wichtigkeit“ an sich. Er macht vielmehr deutlich, wie man zum „Größten in seinem Reich“ werden kann: Indem man nämlich in dieser Weltzeit bereit ist, sich zum Diener aller zu machen (Mk 9,35)!

Jesus wendet hier dasselbe Prinzip an, dass er auch schon bei den Pharisäern in umgekehrter Weise angewendet hatte (Bsp. Mt 6,1-2). Wer auf dieser Erde darum bemüht ist, als der Größte zu gelten – sei es nun als der Größte in Frömmigkeit oder auch in Sachen Macht und Anerkennung – der wird im späteren Reich Jesus keinen Lohn mehr erwarten können. Wer  aber bereit ist, sich in dieser Welt ganz klein zu machen und gehorsam ein Diener zu sein, der wird im Reich der Himmel zu den Größten gehören.

Jesus selber hat nach diesem Prinzip gelebt: Er erniedrigte sich als Sohn Gottes um gehorsam den Willen seinen Vater auf dieser Erde auszuführen (Phil 2,7-8). Und als Gegenleistung für diesen Gehorsam wird er eines Tage in seinem Reich über alle anderen erhöht Herrschen (Phil 2,9-11).

Ich möchte dieses Prinzip neu akzeptieren und neu versuchen, es auch umzusetzen. Was sind 70 oder 80 Jahre demütiges Dienen hier auf der Erde gegenüber mindestens 1000 Jahre, in denen ich die Früchte meines Dienens hier auf der Erde im Reich Jesu ernten darf? (Off 20,1-6)