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Hallo liebe Leser meines bibelBLOG. Heute las ich in meiner Studienzeit über die Lästerung gegen den Heiligen Geist – besser bekannt als die Sünde, die niemals vergeben werden kann (Mt 12,31-32).

Wenn es so etwas geben würde wie eine Hitparade der meist gefragten Fragen in christlichen Gemeinden, dann wäre vermutlich die Frage nach dieser Sünde gegen den Heiligen Geist ganz oben mit dabei. Viele Christen fragen sich – vielleicht auch aus Angst diese Sünde selber zu begehen – was es damit wohl auf sich hat.

Was ist die Lästerung gegen den Heiligen Geist. Warum kann diese Sünde nicht mehr vergeben werden? Ich bin mir ziemlich sicher, dass man diese Fragen nur dann richtig beantworten kann, wenn man sich zuerst anschaut, in was für einem Zusammenhang diese Sünde erwähnt wird.

In Mt 12,22 können wir lesen, dass ein Mann zu Jesus gebraucht wurde, der von einem bösen Geist besessen war. Zu allem Übel konnte dieser arme Kerl auch nicht Sehen und Sprechen. Doch genau hier lag die Schwierigkeit. Denn wir wissen aus den rabbinischen Schriften, dass ein Dämon nur dann ausgetrieben werden konnte, wenn man seinen Namen wusste und ihn ansprechen konnte. Aus einem Stummen einen Dämon auszutreiben galt als unmöglich für normale Menschen; es war ein messianisches Wunder. Und Jesus als der Messias konnte dieses Wunder dann auch tatsächlich tun.

Darum reagierte die dabei stehende Volksmenge wohl auch so überrascht. Matthäus berichtet, dass sie sogar untereinander tuschelten und sich auf Grund dieses Wunders fragten: „Ist das vielleicht der Sohn Davids?“ (Mt 12,23) Das Wunder hatte also seine Wirkung nicht verfehlt. Der Titel „Sohn Davids“ war ein Ehrentitel aus dem Alten Testament der für den Messias gebraucht wurde. Ich gehe davon aus, dass die Volksmenge zu diesem Zeitpunkt kurz davor stand, Jesus als ihren Messias zu begreifen. Was wäre wohl geschehen, wenn sie ihren Messias angenommen hätten?

Aber diese Frage muss theoretisch bleiben, weil die Pharisäer, die ebenfalls dabei waren, es nicht soweit kommen liessen. Anstatt das messianische Wunder als Werk Gottes zu bestätigen, bezichtigten sie Jesus, dieses Wunder in der Kraft des Teufels getan zu haben (Mt 12,24)

Diese Situation ist eigentlich unfassbar: Jesus kommt als Sohn Gottes und predigt seinem Volk den Beginn seines Reiches. Doch die geistliche Elite des Landes setzt alles daran, den Sohn Gottes als Scharlatan zu degradieren. Und nun gegen sie so weit, dass sie ihn sogar mit dem Teufel in Verbindung bringen. Und genau in diese Situation hinein spricht Jesus diesen oft diskutierten Satz: „Wer ein Wort redet gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden“ (Mt 12,32).

Aus dem Zusammenhang wird eigentlich sehr klar, was die „Lästerung gegen den Sohn des Menschen“ ist. Eben genau diese unverschämte und gotteslästerliche Behauptung,  Jesus hätte nicht in der Kraft Gottes sondern in der Kraft des Teufels gewirkt. Doch warum warnt Jesus in diesem Zusammenhang darüber hinaus noch vor der „Lästerung des Heiligen Geistes“? Die Antwort wird deutlich, wenn man den grossen Zusammenhang des Heilsplanes Gottes beachtet.

Im Alten Testament hatte Gott sein Volk immer wieder zu sich gerufen durch die Propheten und durch Zeichen und Wunder. Doch das Volk hatte ihn abgelehnt, so das Gott sich immer weiter von ihnen zurück ziehen musste. In den Evangelien kommt dann der Sohn Gottes zum Volk und bietet erneut sein Reich und sein Frieden an. Er tut das durch seine Worte und erneut durch Zeichen und Wunder. Doch was geschieht? Wieder lehnte das Volk in ab.

Nach dieser Ablehnung von Jesus als dem Sohn Gottes bestand für das Volk Israel nur noch eine letzte Chance. Und diese Chance bestand darin, dass sie den Heiligen Geist, der nun als dritte göttliche Instanz nach der Himmelfahrt Jesus kommen sollte, nicht auch noch ablehnen würden. Und genau das meint Jesus mit seiner Aussage: Die Lästerung des Geistes wird nicht mehr vergeben werden können.

In der Pfingstpredigt von Petrus nach dem Kommen des Heiligen Geistes (Apg 2) können wir deutlich erkennen, dass erneut das Volk Israel angesprochen ist. Petrus fordert das Volk in der Kraft des Heiligen Geistes offensiv auf, nun ihre Sünden zu bekennen und an Jesus zu glauben. Und tatsächlich glauben Etliche. Doch der überwiegende Teil des Volkes und vor allem auch wieder die Pharisäer lehnen auch diese letzte Chance – dieses Reden des Geistes Gottes –ab. Und genau damit begingen sie die Sünde, die nicht vergeben werden konnte. Denn wer auch das Reden des Heiligen Geistes ignoriert, der ist nicht mehr zu retten. Man hatte zuerst den Vater, dann den Sohn und schlussendlich auch den Geist abgelehnt – nur war keine Rettung mehr möglich.

Und das ist bis zum heutigen Tag so. Bis zum heutigen Tag gilt, dass derjenigen, der die Stimme des Heiligen Geistes ablehnt und dagegen redet für ewig verloren gehen wird. Denn der Heilige Geist ist es, der bis heute die Aufgabe hat, die Welt von ihrer Sünde, von der Gerechtigkeit Gottes und vom ewigen Gericht zu überführen (Joh 16,8).

Kann ein Christ somit die „Sünde gegen den Heiligen Geist“ begehen. Die Antwort muss lauten: Nein, völlig ausgeschlossen. Denn ein Christ hat ja schon auf die Stimme des Geistes gehört. Als Christ hat man sich ja schon von seiner Sünde überführen lassen und ist Gerecht geworden durch das Blut Christi. Können Menschen, die nicht an Jesus glauben diese Sünde noch begehen? Die Antwort muss lauten: Ja. Jedes Mal, wo ein Mensch in seinem Herzen vom Geist angesprochen wird und ihn dann ablehnt, da begeht er diese Sünde. Und wenn ein Mensch diese Haltung bis zu seinem Tod durchhält, dann wird er in der Tat keine Vergebung mehr empfangen können (Mt 12,32).

Lasst uns darum unseren Teil dazu beitragen, dass die Menschen in unseren Familien, in unserer Nachbarschaft und in unserer Stadt so intensiv mit der Liebe und der Freude des Herrn in Berührung kommen, dass sie hoffentlich irgendwann positiv auf das Reden des Heiligen Geistes reagieren.

Es grüsst euch, Marlon Heins