glaubensfragen.org

bibelBLOG

Hallo liebe Leser meines bibelBLOGs. Was bedeutet es eigentlich, wenn Jesus sagt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes geht?“

Jesus sagt diese Worte  zum Teufel, während seiner 40 Tage in der Wüste. Aber was bedeutet dieser Satz ganz praktisch. Darüber habe ich heute nachgedacht.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort aus dem Mund Gottes. So antwortet Jesus auf die Versuchung des Teufels, sich doch aus Steinen etwas zu Essen zu machen (Mt. 4,4). Natürlich hätte Jesus das leicht gekonnt. Und Hunger hatte er auch, dass wissen wir aus Lk 4,2. Unfair wie der Teufel ist, wartete er mit seiner Versuchung dann auch bis zu dem Zeitpunkt, wo Jesus nach 40 Tagen Fastenzeit völlig ausgehungert sein musste. Doch was wollte Jesus mit dieser Antwort tatsächlich ausdrücken?

Zuerst einmal fällt, dass Jesus hier nicht zum Teufel sagt, dass ein Mensch zum Leben überhaupt gar kein Essen braucht. Er sagt aber, dass ein Mensch zum Leben mehr benötigt als Essen. Dieser Satz, den Jesus dem Teufel auf seine Versuchung entgegen hält, der stammt aus 5.Mo 8,1-3. In diesen Versen erinnert Mose das Volk Israel an ihre Zeit in der Wüste. So wie Jesus 40 Tage in der Wüste gelebt hatte, so musste das Volk Israel 40 Jahre in der Wüste leben. Und in 5.Mo 8,1-3 erinnert Mose die Israeliten daran, dass sie dennoch von Gott während all dieser Zeit ernährt und geführt worden sind.

Doch Mose erinnert die Israeliten in diesen Versen nicht nur an die gute Fürsorge Gottes. Immer wieder erinnert er sie auch daran, dass Gott das Volk durch diese Wüstenzeiten prüfen wollte. So schreibt er an das Volk: Gott demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit Manna … dass er dir kundtäte, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von jedem Wort aus dem Mund Gottes (5Mo 8,3). In der Wüstenzeit konnte bzw. musste das Volk unter Beweis stellen, dass sie Gott wirklich glaubten – über 40 Jahre hinweg mussten sie beweisen, dass sie ihrem Gott zutrauten, dass er sie jeden Tag ernähren würde und ernähren könnte.

Wenn Jesus dem Teufel diesen Satz bei seiner Versuchung in der Wüste entgegen hält, dann hatte er diesen Zusammenhang im Kopf. Ich denke darum, dass Jesus sagen wollte: Natürlich muss ein Mensch essen und trinken, damit der Körper am Leben bleibt. Aber so, wie das Volk Israel in der Wüste nicht überlebt hätte, wenn Gott nicht täglich für ihr leibliches Wohl gesorgt hätte, so würde auch kein Mensch auf dieser Erde überleben können, wenn Gott nicht jeden Tag neu für alles Lebensnotwendige sorgt.

In Bezug auf die Versuchung möchte Jesus dem Teufel damit sagen: Ich vertraue meinem Vater im Himmel, dass er mir zur rechten Zeit gibt, was ich brauche. Obwohl Jesus wahnsinnigen Hunger hatte, wollte er nicht „abkürzen“ und dem Plan Gottes vorgreifen. Er wollte beweisen, dass er Gott die Kontrolle überließ und darauf warten, bis Gott es für richtig hielt, seinen Sohn zu ernähren. Mir persönlich wurden zwei ganz praktische Dinge neu klar:

1)      Mir wurde bewusst, wie sehr ich von der Fürsorge Gottes abhänge. Wenn er wollen würde, dann könnte er mir ohne weiteres sämtliche lebensnotwendigen Dinge fortnehmen. Ich möchte darum dankbar sein für jeden Tag, wo ich seine Fürsorge einfach so erleben darf.

2)      Darüber hinaus möchte ich mich von Jesus motivieren lassen, ebenfalls in Zeiten der Wüste und der Versuchung nicht „abzukürzen“. Stattdessen möchte ich wartend darauf vertrauen, dass Gott mir zur rechten Zeit schenkt, was ich brauche. Auch dann, wenn ich das Gefühl habe, nicht mehr weiter zu können, möchte ich glauben, dass Gott es besser weiß und zu seiner Zeit eingreift.