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Hallo liebe Leser meines bibelBLOG.  Gestern habe ich mir das Buch vom Propheten Maleachi durchgelesen. Dabei bin ich auf einen Text gestoßen, der herausfordernder nicht sein könnte (Mal 1,6-10). Gott spricht dort direkt zu seinem Volk … und ich hatte das Gefühl, dass er auch direkt zu mir gesprochen hat.  

Gott konfrontiert hier jeden Gläubigen mit der Fragen: Was bin ich dir wert?

Das Volk Israel war ja durch das Gesetz dazu aufgefordert gewesen, nur  das Beste für Gott zu opfern. Sie konnten und sollten Gott damit zeigen, was er ihnen wert war. Doch in der Praxis von Israel lief die Sache anders. Man opferte zwar die vom Gesetz geforderten Dinge … aber man nahm dazu das mieseste, was die eigene Weide zu bieten hatten. Die Juden behielten also das Beste für sich zurück und gaben für Gott nur den Rest!

Gott beschwert sich in diesem Text regelrecht. Vor allem auch deshalb, wer er sehen musste, dass die Israeliten es nicht in dieser Form handhabten, sobald es sich um menschliche Autoritäten handelte.  So sagt Gott ganz direkt: Ihr gebt ja auch dem Stadthalter keinen Mist! Warum gebt ihr mir dann nur den Abfall eures Ertrags?

Ich finde diese Fragen von Gott sehr herausfordernd. Denn man fragt sich automatisch: Gebe ich Gott eigentlich das  Beste meiner Fähigkeiten – meiner Zeit – meines Einkommens? Leider glaube ich, dass wir ganz oft diese Fragen mit NEIN beantworten müssen. Denn das Beste von uns investieren wir in der Regel in unsere Arbeitsstellen und unsere Hobbies, oder? Wenn es dann darum geht, wo wir im Reich Gottes mitarbeiten … wenn es dann darum geht, was tun, um Gottes Liebe in  unsere Stadt und Nachbarschaft zu tragen … dann heißt es oft: Ich bin zu müde! Ich habe keine Zeit mehr! Mir fehlt dazu jetzt wirklich die Kraft!

Doch Gott lässt sich nicht ohne weiteres an die zweite Stelle verrücken. Er hat an uns als seine Kinder ganz konkrete Forderungen … und die können wir in Maleachi lesen: „Ein Sohn (=Kind) soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn! Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo ist die Furcht vor mir?“ (Mal 1,6). Wie oft sprechen wir von unserem Vater im Himmel? Und wie oft bezeichnen wir Jesus als unseren Herrn? Doch in diesen Versen können wir ganz unverhohlen lesen, dass Gott als unser Vater und Herr ein ganz konkretes Verhalten von uns fordert.

Wir können nicht Kinder des Höchsten sein und gleichzeitig so tun, als wären wir hätten wir keine Verantwortung im Verhalten gegenüber unserem Vater im Himmel? Wir können uns nicht in den Dienst des Höchsten stellen und dann gleichzeitig so leben, als wären wir damit keine Verpflichtungen eingegangen. Gott möchte dass wir ihn Ehren! Gott möchte, dass wir ihn Fürchten! Und er möchte, dass wir diese beiden Dinge durch unser Verhalten im Alltag zum Ausdruck bringen. Und wie kann ich besser Ehrfurcht zum Ausdruck bringen, in dem ich das bester meiner Zeit, meiner Kraft und meiner Fähigkeiten zur Verfügung stelle?

Als Konsequentes dafür, dass Israel nicht bereit war, das Beste für Gott zu geben, zog Gott sich von Israel immer weiter zurück. Ich möchte mich durch diese Worte von Gott ganz neu herausfordern lassen, meine Verantwortung als Kinder und Diener Gottes wieder war zunehmen. Ich möchte Gott wieder neue das Beste aus meinem Leben zu Verfügung stellen, weil er es verdient hat. Ich möchte Gott wieder neu mit Ehrfurcht begegnen, weil er mich erkauft und in seinen Dienst berufen hat.