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Schon als ganz junger Mann – Daniel war vermutlich erst ein Teenager – kommt er in das heidnische Babylon. Doch wie stark war Daniel schon in diesem jungen Alter verbunden mit seinem Gott. Anstatt einfach froh zu sein, dass er nach dem Einfall vom babylonischen König Nebukadnezar in Jerusalem mit dem Leben davon gekommen war, lässt Daniel dennoch nichts in seinem Leben geschehen, von dem er weiß, dass Gott es verboten hatte. Daniel hatte kein Problem, die Schrift und Sprache der Babylonier zu lernen (Dan 1,4). Er hatte auch kein Problem damit, einen neuen Namen zu bekommen, selbst dann, wenn dieser Name in Verbindung stand mit einem babylonischen Götzen (1,7). Aber in dem Moment, wo er dazu angehalten wurde, etwas zu tun, was Gott ganz klar verboten hatte - nämlich unreine Speise zu essen – da stand er auf für seinen Glauben (1,8).

Bei alle dem reagierte Daniel aber nicht übereilt oder unklug. Er wurde auch nicht hektisch oder verzweifelt. Stattdessen nutze er die Möglichkeiten, die Gott ihm in dieser Situation gegeben hatte, im Vertrauen darauf, dass Gott ihm vielleicht helfen würde. Und so bat Daniel seinen Vorgesetzen darum, für einige Tage nur Gemüse essen zu dürfen. Und in der Tat … Gott half dem Daniel, indem er ihm offene Ohren bei seinem Vorgesetzten und eine gute Gesundheit trotz einseitiger Kost schenkte (1,9-16).

Von Daniel kann ich so viel lernen: Sein Wille, Gott auch unter schlimmen Umständen zu gehorchen begeistert mich. Wie leicht hätte Daniel Gott anklagen können! Hatte Gott ihn nicht von seiner Familie getrennt? Hatte Gott ihn nicht in ein heidnisches Land geführt? Aber Daniel blieb Gott einfach treu, auch wenn er zu diesem Zeitpunkt die Tragweite seines Dienstes im babylonischen und später im medo-persischen Reich noch gar nicht abschätzen konnte. Zu keinem Zeitpunkt in seinem Leben wusste Daniel sicher, dass Gott ihm auch diesmal wieder helfen würde. Aber er ließ sich dennoch durchs nichts von seiner Überzeugung abbringen, dass man Gott mehr gehorchen muss, als den Menschen.

Aber damit noch nicht genug: Denn Daniel reagierte trotz aller Herausforderung so überlegt, dass es mir zu einer Lektion werden soll. Natürlich hätte Daniel „nur“ Gott um Hilfe bitten können! Aber Daniel vertraute Gott UND nutze seine Möglichkeiten, die ihm gegeben waren. Mutig offenbarte er sich seinen Vorgesetzen und sprach seine Bitte offen aus. Wie oft trauen wir uns nicht, offen zu unserem Glauben zu stehen. Aber Daniel war sogar bereit, für seine Überzeugungen viel mehr zu opfern, als seinen guten Ruf. Und Gott segnet den Daniel und schenkt ihm offene Ohren und Gelingen.

Würden wir vielleicht auch viel öfter Gottes Eingreifen und seine Führungen in unserem Leben erleben, wenn wir bereit wären, mehr für unsere Überzeugungen einzutreten – mehr für unsere Überzeugungen aufs Spiel zu setzen?