Glaubensfragen
Antworten auf Fragen zum christlichen Glauben

Erkenne, was Gott wirklich von dir will (Lk10,21)

Ist es nicht so: Jeder von uns Christen wünscht sich, dass Gott mit der Art zufrieden ist, wie wir leben. Was also macht Gott glücklich? In meiner Bibelzeit fiel mir folgende Aussage von Jesus zu diesem Thema auf: „Zu derselben Stunde frohlockte Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir.“ (Lk10,21).

Die Übersetzung gibt nicht 100%ig wieder, was damals eigentlich genau passiert ist. Das Wort „Frohlocken“ meint im Griechischen „Vor Freude in die Luft hüpfen“. Wenn hier steht, dass Jesus den Vater „preist“, dann ist damit im Griechischen eigentlich gemeint, „ein Bekenntnis aussprechen“. Und die Formulierung, „so ist es wohlgefällig vor dem Vater“ meint im Griechischen: Gott empfand damals tiefe „Befriedigung, weil sein Wille umgesetzt worden war.“ So steht es im griechisch-deutsch Wörterbuch.

Mit anderen Worten: Jesus war an dieser Stelle damals überaus erfreut, dass sein Vater zufrieden war mit dem, was seine Jünger getan hatten. Das wirft natürlich die Frage auf, was genau passiert war. Was hatte dazu geführt, dass Jesus vor Freude in die Luft hüpfte? Was sorgte für eine so große Befriedigung beim Vater im Himmel? Die Antwort lässt sich leicht aus Kontext ableiten:

Die ganze Sache hatte wenige Wochen zuvor begonnen: Zuerst bekamen die 12 Apostel von Jesus „Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten; und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkündigen und die Kranken zu heilen.“ (Lk9,1-2). Nachdem diese Mission erfolgreich verlaufen war, wiederholte Jesus das Experiment mit 70 weiteren Jüngern. Interessanterweise gab er dieselben Anweisungen wie zuvor bei den 12 Aposteln (Lk10,1-11). Auch diese Mission verlief positiv, denn „die Siebzig … kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen“. (Lk9,17). Die Reaktion von Jesus auf diesen Erfolg bestand in dem, was wir eingangs gelesen haben; er sprang vor Freude in die Luft und jubelte seinem Vater im Himmel zu, dass endlich sein Wille hier auf der Erde umgesetzt werden war!

Der Wille Gottes hat sich seither nicht verändert. Das wird u.a. deutlich an den letzten Worten von Jesus vor seiner Rückkehr in den Himmel. Jesus spricht: „Diese Zeichen sollen die begleiten, die (an mich) gläubig geworden sind. In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden … Kranken werden sie die Hände auflegen und sie werden sich wohl befinden.“ (Mk16,17-18). Jesus hatte immer wieder betont: „Ich gebe euch (Jüngerinnen und Jüngern) Vollmacht … über alle Gewalt des Feindes (= Satan) und nichts wird euch in irgendeiner Weise schaden.“ (Lk10,19).

Im Grund ist kaum zu fassen, welche Macht Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern übertragen hat. Nimmt man die Worte der Bibel ernst, dann kann man nur Staunen. Denn Jesus sagt: „Wer euch hört, der hört mich. Und wer euch verwirft, der verwirft mich. Wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat.“ (Lk10,16). Nach der Rückkehr von Jesus in den Himmel sind wir als Christen die einzigen Repräsentanten, die der Himmel auf dieser Erde zurückgelassen hat. Selbst der Geist Gottes arbeitet nicht selbstständig, sondern ausschließlich durch das, was wir tun bzw. nicht tun (1Kor12).

Was also können wir tun, um Gott glücklich zu machen? Die Antwort lautet: Wir könnten aufhören, auf Dinge wert zu legen, die Gott nicht wirklich viel bedeuteten. Stattdessen könnten wir anfangen, Dinge zu tun, bei denen Gott „vor Freude in die Luft springt“.

Manche glauben, dass Gott zufrieden ist, wenn sie Bibellesen, Beten oder den Gottesdienst besuchen. Diese Dinge dienen aber nur als Vorbereitung für das, was Gott sich schon immer gewünscht hat. Von Anfang der Zeit wollte Gott immer nur das eine: „Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan.“ (1Mo1,28). Das Wort „untertan“ ist ein militärischer Begriff. An anderer Stelle sagt Gott, dass wir auf dieser Erde „herrschen“ sollen (1Mo1,26). Gott möchte, dass wir diese Erde für ihn in Besitz nehmen. Das Problem besteht darin, dass der Mensch seinen Herrschaftsanspruch an den Satan abgetreten – eine Tatsache die Teufel selbst immer wieder betont und seither eiskalt ausnutzt (Lk4,6).

Gott wurde zu Jesus, um uns unsere ursprüngliche Vollmacht zurückzugeben. Durch unseren Glauben an Jesus können wir den Willen Gottes wieder auszuführen. Durch Ihnen haben wir Autorität, das Böse zu vertreiben und Menschen von der Finsternis ins Licht zu holen. Es verschafft Gott tiefe Befriedung, wenn seine Kinder anfangen, diese Tatsache zu erkennen und umzusetzen.