Glaubensfragen
Antworten auf Fragen zum christlichen Glauben

Doppelte Staatsbürgerschaft zu verschenken

Kein Land dieser Welt verschenkt seine Bürgerrechte. Das Gegenteil ist der Fall! Wer als Ausländer ein neues Bürgerrecht in einem fremden Land bekommen will, muss einige Hürden überwinden und vor allem viel Zeit mitbringen.

Ich bin vor ziemlich genau 10 Jahren in die Schweiz gekommen. Von Geburt an bin ich Bürger von Deutschland. Der deutsche Pass hat mir über Jahrzehnte gute Dienste erwiesen. Doch seit fast 15 Jahren lebe ich nicht mehr in meiner ehemaligen Heimat. Nach knapp 5 Jahren Österreich und 10 Jahren im Berner Oberland hat sich bei mir die Frage aufgeworfen: Macht es Sinn, in Bürger der Schweiz zu werden?

Fakt ist: Meine ganze Familie ist mittlerweile fix in der Schweiz integriert. Die Normen, die Kultur und die Örtlichkeiten sind mir nach einem Jahrzehnt sehr vertraut. Meine Liebe gehört einer Frau aus dem Berner Oberland, die ihr Herz mit mir auf Berndeutsch teilt. Hinzu kommt: Bei meinen kurzen Besuchen in Deutschland spüre ich, dass ich nicht mehr wirklich Deutscher zu sein scheine.

Eine für mich große Überraschung passierte vor einigen Wochen auf der Fußball Europameisterschaft. Denn, mir war von Herzen egal, wie schlecht die deutsche Nationalmannschaft gespielt hat. Hingegen habe ich vollkommen für die Schweiz mitgefiebert, die sich nebenbei bemerkt auch noch wirklich gut präsentiert haben.

All diese Entwicklungen haben mir bei mir dazu geführt, dass ich aktuell am Beginn des Einbürgerungsverfahrens in die Schweiz stehe. Es hat einige Zeit gebraucht, sämtliche Dokumente und Nachweise zu erbringen, welche von der Gemeinde, dem Kanton und dem Bund verlangt werden. Seit Anfang Juli lerne ich darüber hinaus für den Einbürgerungstest, den ich Ende August in Bern zu absolvieren habe. Anschließend beginnt dann ein Prozess, bei dem ich am Schluss (hoffentlich) als Bürger der Schweiz offiziell zugelassen werde.

Wie gesagt: Kein Land dieser Welt verschenkt seine Bürgerrechte. Der einzige Herrscher, der sich von Herzen wünscht, dass alle Menschen Teil von seinem Königreich werden, ist Jesus. So schwer es ist, ein neues Bürgerrecht auf dieser Erde zu bekommen, so einfach ist es in Bezug auf das Reich der Himmel. Jesus lädt im Auftrag seines Vaters jeden Menschen zu einer doppelten Staatsbürgerschaft ein. Es ist schwer nachzuvollziehen, wieso viele die ungeheuren Privilegien dieses himmlischen Bürgerrechts einfach ausschlagen.

Doch wie schaut es mit dir aus? Als wiedergeborener Christ gehörst du zu denjenigen, die neben einer irdischen Staatszugehörigkeit auch Bürgerrecht im Himmel besitzen (Phil3,20-21). Ich möchte dich mit diesen Worten ermutigen, dir deiner Privilegien wieder einmal neu bewusst zu werden. Dein Staatsoberhaupt ist gleichzeitig dein Vater (Rö8,14-17). Laut Eph1,3 hättest du durch dein Bürgerrecht vollen Zugang zu den Schätzen und Segnungen deiner himmlischen Heimat. Die Armee des Himmels steht bereit, dir bei deinem Leben hier auf der Erde zu helfen (Heb1,14). Durch dein Bürgerrecht hast du Vollmacht, gegen die unsichtbaren Weltenlenker, die auf diesem Planeten ihr Unwesen treiben, zu bestehen (Lk10,19). Deine himmlische Staatszugehörigkeit erlaubt es dir, jederzeit beim König der Könige vorstellig zu werden und deine Wünsche zu präsentieren (Joh16,23f). Schlussendlich bietet dir das Reich der Himmel ein soziales Netz, welches keinem Land dieser Erde auch nur annähernd gleicht (Mt6,25-34).

Diese Liste an Privilegien ist keinesfalls umfassend. Die neutestamentlichen Schriften geben uns einen tiefen Einblick in die Rechte (und natürlich auch Pflichten), die wir als Bürger des Himmelreichs haben. Vielleicht wäre es für dich einmal interessant, mit diesem Blickwinkel das Neue Testament zu lesen? Ich habe mir schon vor einiger Zeit all die Dinge herausgeschrieben, die mir von der Bibel her zugesprochen werden. Es ist einfach ermutigend, immer wieder nachzulesen, welches Geschenk es ist, nicht nur auf dieser Erde, sondern vor allem auch im Himmel Bürgerrecht zu haben.